Japan – Kapitel 1: Tokio

7 Uhr morgens, wir landen. Total übermüdet torkeln wir noch fast mit den Schlafmasken im Gesicht die Gangway herunter. Kein Drogencocktail hätte uns retten können. 3-Tag-wach und immer noch wurde getanzt.

Passkontrolle, Fingerabdrücke und Zollbeamte. Alles war passiert. Gut, dass wir keine unangemelteten Schwerter dabei hatte, die fallen nämlich unter das Waffengesetz. Im Keisei Skyliner ruckelten wir endlich ab nach Ueno, dennen Endstation und unser Schnäppchenticket in die Tokioter Innenstadt.

Der nächste Termin war erst das Meeting mit Diana um 3, die uns so nett aufnehmen wird. Deshalb lungern wir noch ewig zwischen Fischständen und Supermarktsnacks in Uenos Vergnügungsviertel rum. Auch pornös anrüchige Internetcafes liegen auf der Route. Abends übernachten wir dann in Higashimatsubara bei Diana. Unser Essen wir im Supermarkt erlegt: Sushi, Teigtaschen und Bohnenzeugs.
Am ersten Tag hatte ich mich mit einer alten Freundin verabredet. Vera mit ein ihrem Ex-Austauschjapaner. Wir hatten geplant erst Akihabara, das Elektromekka Asiens, und dann Asakusa, einer der bekanntesten Tempel und ein altes Arbeiterviertel, zu besuchen.

Zwischen Computerteilen und Handyzubehör gibt es einen ganz besonders hippigen Trend: Maid-Cafes. Da bedienen einen junge unschuldige Girls in Zimmermädchenklamotten aus England um 19 Hundert. Total die Dienerinnen reden sie einen nur mit „Hausherr“ an und knienen bei der Bestellen neben dem Tisch.

Ohne Drogen total High von Blitz und Bling flossen wir dann nach Asakusa zum Kaminarimon, einem riesegen Lampignon vor dem großen Tempel. Der ganze Tag endete total Japanisch, als uns meine ehemalige Gastfamilei zum essen ein lud. Wir haben gelernt: Japaner haben doch Temprament und essen so viel. Sie haben gelernt: Deutsche nicht mit abfüllen. Ich blieb da, die anderen fuhren wieder zu Diana.
Am Sonnabend haben wir uns in Shimokitasawa wiedergetroffen. Yuta, mein Gastbruder war dabei und der Koreaner Yunho, ein Freund von mir aus der Japanischschule, plus Freundin. Dieses Viertel ist total das Pop-Klamottengebiet. Hella ist erstmal total ausgeflippt in meinem Lieblingsshirtladen: „Das ist ja alles Deutsch und total falsch! Wie geil!“ Sprachs und kam kaufen einen ganzen Kleiderschrank. Abends hatte ich ein Date mit meiner Brieffreundin, eine alte Dame, die mir immer Tee schickt. Die anderen drei wurden von Veras Freund zum Essen nach Kawasaki eingeladen.

Sonntag, keine Ruhetag für Japaner, hatte ich die drei nach Kamakura geschickt. Ich schlief aus und fuhr irgendwann nachmittags zurück zu Diana. Wir beide zogen dann noch ein bisschen durch die Nachbarschaft.

Heute ist Montag, Morgen fahren wir über Ise nach Osaka. Es ist schon Mittags und wir stehen jetzt auf.

Auf heißen Gleisen

Die Elite machts möglich: Den ganzen Sommer über Bibiliotheksbänke, Formelsammlungen und Klausurtermine, denn beim Maschinenbau an der TU München – „Deutschland brauch Ingenieure“ – sind Ferien überflüssig. Studiengebühren müssen schließlich nicht verdient und Praktika abgeleistet werden. Man schreibt hier eher eine Klausur pro zwei Semester, um Sonnenbränden gleich vorzubeugen.

Aber: „System terminated“, „Programm beendet“, „Guthaben leergequasselt“. Zu Ende ist’s. Nach 3 Monaten mentaler Marathons und Panikattaken wurd’s aber auch mal Zeit. Jetzt wollte ich euch noch irgend so einen tollen bayrischen Labersatz dranhängen, aber meine Gehinrwindungen können grade nur noch Hochsprachen. Die letzte Klausur wird eingesammelt und plop und pling stoßen alle schon im Höörsaal an. Wusch, ab in den „Braintrain“ direkt ins Bierzelt auf die Wiesn (übrigens: singular, feminin).

Für mich ist das mehr der Wiesnterror (diesmal singular, neutrum). Die geballte Derbheit ertrag ich einfach nur nach einer Mass. Aber immer hin ist die ganze Welt angereißt, bekommt mit jungen 18 gleich 1 Liter Bier (Amerikaner), parken mit den Wohnwagen die ganze Stadt zu (Italiener), kaufen sich bei H&M ein Dirndel (Norddeutsche) oder schunkeln fröhlich mit und hoffen, dass niemand merkt, wie man auch schon nach einer halben Mass kotzen kann (Japaner). Und da hab ich sie schon an den Hosenträgern gepakt – die Überleitung.

Nach diesem ganzen Stress spiel ich nämlich mal wieder Marcopolo und mache eine kleine Welttournee. Natürlich heißt das Ziel Japan, denn da hab ich schon ein Jahr lang gelebt, kann mir einen Hamburger mit Scampies auf Japanisch bestellen und gehe voll ab bei rohem Fisch. Diesmal, Trip Version 3.0, kommen sogar 3 Freunde von mir aus Hamburg mit. Das Schmankal: Japanese Railway Pass. Wir fahren 3 Wochen lang Zug durch das Land. Spontan, mit Telefonnummern von Freunden im Gepäck und für die interkulturelle Kommunikation lernen wir noch schnell unsere Namen zu tanzen.

Tour de Japon – Die Route:
Tokio -> Ise -> Kansai (Osaka, Kyoto, Nara) -> Kyushu (Fukuoka, Nagasaki) -> Shikoku -> Tokio

Zeiteinteilung: ungewiss

ich hoffe, dass wir im Internetverseuchten Japan öfter mal Fotos und kleine Texte über nsere Action hier hochladen können. Vorab hab ich da mal so eine kleine Karte gemacht. Vielleicht füllen wir sie ja später mit Bildern.

Servus sagt der Bayer, sayonara sagt der Japaner, Ich sage nix und freu mich schon.

Die (geplante) Route:

Der Miraimist – Erstausausgabe

Klick und peng! Da ist sie, die erste Ausgabe des Miraimisten. Irgendwie überfordern tut es mich dann doch. Ein Klick auf das freundliche Orange „Fertigstellen“ und schon hauen sie einem erstmal ein Textfeld hin, leer. Da muss man ja ganz schön der Drachentöter sein, um nicht gleich vor Schreck den Bildschirm auszuknipsen.

Aber auch ohne Defibrillator lebe ich weiter, denn viel muss ja jetzt rein in meinen Mog (Magazine Blog).

„The Miraimist is your new magazine for techno-lifestyle, east-asian trend culture and political awareness in Germany, reporting from Munich.“

Das ist das Motto. Motto macht mobil – oder so ähnlich, und das heißt ich werde euch mindestens ein mal die Woche mit Berichten über Themen wie „Technik und wir“, „Japanische für den Magen“, „Politik: warum eigentlich?“, „Trends aus Tokio“, „Elite=Uni×Geld²“ und „Comic heißt jetzt Manga“ beglücken.

Textfeld voll, auf zu neuen Galaxien!