Feldzug gegen den Schnee

rüsten für den Feldzug
Die Klausurenphase, meine Askesezeit, war beendet, München war grade frisch von Petrus eingepudert worden und ich steige um kurz vor sechs Uhr morgens bibbenerd wie ein Löwenjunges im Kühlregal in den Bus. Ich hatte bis jetzt immer die passenden Ausreden parat gehabt, aber nun war meine Eieruhr abgelaufen: Nach gefühlten fünf Jahren war ich da grade das erste Mal wieder auf dem Weg, um meine Snowboard-Skills auf die Piste zu legen.
Mit dem Auto parkten wir in Scheffau auf einem vereinsamten Parkplatz. Es gehört zu dem Skigebiet „Wilder Kaiser“, aber wild waren hier grade nur meine Frisur und die Windgeschwindigkeiten. Außer, dass ich sonst alles von einem Nuschelakzent Rasterlockenösi ausleihen musste hatte ich noch meine prono „Solar Shield“ Sonnenbrille mit orangenem Kontrastverstärkerglas am Start. Es ging los. Und es flutschte wieder richtig am Anfang, außer, dass ich natürlich unauffällig verschweige, wie ich immer als letzter am Lift war. Wir waren wie Heidi auf dem einsamen Berg.
Doch dann so gegen 10 kamen sie wie der apokalyptische Heuschreckenschwarm: Schulklassen, Niederländer und Briten mitsammt Windstärkenzuschuss und auch mal Hagel. Gegen Mittag war ich schon total fertig und wir sind ins Tal gefahren, um etwas zu essen. Weil ich gierig meine Brötchens schon zum Frühstück desintegriert hatte, musste ich mich in die Stationskneipe wagen.
Das Ambiente stellen blutrote Plüschbänke und ein verwuschelter Barmann. Leider war irgendwie einfach fast alles auf seiner Karte aus oder mit Würstchen. Ich nähm die Pommes aus der MIkorwelle und eine Instantbrühe mit Puffbohnenzeugs. Und schon ging die Disko los. Kaum angefangen mit dem Skitag durfte ich mir das Apres-Ski Album der letzten Saison antun, freundlich mitgesungen von meinem Mikorwellen-Chefkoch. Seine Arie zu „Hörst du die Regenwürmer husten?“ (Link nur als Reverenz, anhören kann seelische Schäden verursachen) hätte bestimmt mehrere rohe Eier und eine Bananenschale verdient.
Als wir wieder rauffahren war die Bollywoodfilmkulisse der Aplenberge schon recht zugenebelt. Durch meine Filterbrille wirkte alles als würde es in einer riesigen Hühnerbrühe rumdümpeln. Ein bisschen konnte ich noch hier eine Kurve nehmen, da eine Abhang herabsausen und dort Stürze im Funpark anschauen. Aber dann: „Sie arbeiten jetzt mit Reservebatteriestrom“ und ich musste mich auf die nächste Hütte schleppen für einen „Recharge“. Nachdem ich fünf Minuten die Renter in ihren bunten Jacken und Hosen vom Sportdiscounter in natürlicher Umgebung beim Kaffeeklatsch studiert hatte, kam der Rest der Rasselbande vom Sturm vertrieben auch an meinen Tisch im Altersheim-Look.
„There was much rejoicing“ und das Selbstbedingungsrestaurant. Ich, wieder verstöhrt vom Würstchen-dominirten Speiseplan, griff zum Germknödlen und Cappucino. Der war so schlecht und lasch, dass er fast als destiliertes Wasser hätte durchgehn können.
Kurz danach schmiss sich der Rest wieder gegen den Schneesturm. Ich, wie mein Kaffe – lasch und kraftlos, saß noch eine Stunde da, schreibe hierfür und wurde auf Schluck und Bissen verfolgt, von der hartneckigsten Stasi-Sonderbedinung, der immer argwönischer auf meinen dahindampfenden Kaffee starrte, um dann sogar demonstrativ neben meinem Tisch auf zu marschieren, bis ich endlich den letzten Tropfen abnippte und mich bedingungslos ergab.
An dieser Stelle fällt mir auf, dass mein Ofen ausgegangen und vollgelaufen ist. Ich muss ihn mit der Hand ausschäffeln, dabei überkommt mich einen Wutanfall auf die Technik, den Fortschritt und das kalte Wetter.
Das boarden war wieder geil! Drei Tage Muskelkarter und ein gutes Raklettessen waren die Folgen. Man konnte sogar seine Liftstatisik runterladen. „This is sooo 2006“ finde ich und vermisse die interaktive Karte.
Bleibt cool, Finger weg von Apre-Ski Musik.

About the Author

LogoThe author of this magazine-blog (Mog) is a self-centered, illusive artificial intelligence, uploaded to the internet by an anonymous alien as revenge for being fee’d on an incorrect parking ticket for its crash-landed spacecraft.

The A.I.’s evil plan is to monopolise all coffee production on earth, leaving menkind’s mental power totally unprodected and thus bringing civilization – and parking tickets – to an end.

In its spare time it likes to shop high heeled shoes and flowered tablecloth on Amazon using the credit-card information it obtained by massivly processing Facebook friend lists.

After its last major role in the Lord of the Rings, posing as a tree, it was long working part-time as the automatic station announcement voice on Munich’s subway lines.

Most experts assume its program code to be faulty and the plan not jet in place. I, however, believe otherwise.

Die Grüne Tee Revolution

Green TeaWeil hier die Schlechtwetterfront „Lernzeit“ immer noch nicht abgezogen ist, steht heute Kochen auf dem Programm. Nach Putzen optimal auch führ eure Prokrastination.
Zuerst mal etwas über meine grüne Droge aus Fernost – und es ist nicht die Absinth-Fee. Grüner Tee. Ich hab sogar extra noch mal einen aufgesetzt nur, um euch dieses pornöse Foodstylisten-Foto zu präsentieren. Bitte, virtuellen Applaus!
Wie er schmeckt: Immer wenn ich Leuten das Zeug anbiete fangen sie hysterisch an zu kreischen: „Ahh, das ist ja Neongrün!“ und dann: „Das riecht ja nach Gras“. Ok, ich weiß das Auge trinkt mit und Nahrungsmittel in Farben wie Giftfrösche sind nicht gerade im Hype. Aber, weil unbehandelt (geröstet, fermentiert, parfümiert, aromatisiert und gefärbt), schmeckt und riecht der nun mal nach „deine Mudda“ Natur. Je nach Art reicht das von über-bitter gen nussig zu zart.
Wie man ihn macht: Am besten, man hat so eine nicht-handelsübliche gusseiserne Kanne, wie im Bild. Kauft man solche Kannen aber hier irgendwo, wird man so weit über den Tisch gezogen, dass man eigentlich schon darunter liegt und es fast einem Raubüberfall gleicht. Also nicht machen und besser einfach eine möglichst keine Porzelankanne mit Teesieb kaufe. Die kann man zwar nicht auf das offene Lagerfeuer stellen, aber welche Münchner Altbauwohnung hat denn auch feuerfesten Laminatboden.
Einfach Tee ins Sieb (etwa einen Teelöffel) und mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher für die Fertignudelsuppen aufgießen. In München ist da so viel Kalk drin, dass das Wasser eher verdampft als, dass es zu heiß zu werden. Ich lasse den Tee 2 Minuten ziehen. Dann macht er mich richtig wach. Nach etwa 3 Minuten ziehen fängt er an mich eher müde zu machen.
Wo man ihn herbekommt: Man importiert ihn am besten direkt über eine alte Dame aus Tokyo, z.B. meine Brieffreundin. Jetzt nicht die Augen verdrehen und nach der verteckten Kamera auf der Webseite such, denn natürlich kann man alte Damen aus Japan nicht bei Amazon per Bankeinzug bestellen. Achtet einfach darauf niemals Beuteltee zu kaufen. Das ist ganz böses Pfui, denn so Zeug hat mehr Eingriffe hinter sich als Britney Spears. Also kauft losen Tee. Außerdem solltet ihr möglichst den feinsten nehmen, weil die Japaner den groben Müll, der ihre Zungen sonst quälen würde, einfach in den Westen expodieren. Das nenne ich nachhaltige Umweltpolitik. Achja, Milch und Zucker führen zu sofortiger Enthauptung.

„Drink green tea and your doctor smiles.“ Bis nächstes mal mit Koffeinschock.

Manachmal stinkt ein Iltis

Ja und meine Heulereien wegen diesem interlekt-entkernten Englischtest habt ihr letzte Woche schon gelesen. Diese Woche habe ich neben dem normalen studentischen Wahnsinn eben auch noch IELTS („Iltis“) abgelegt.
Beeindruckend, dass alle 20 Teilnehmer erstmal 20 Minuten in dem hässlichsten 60er Jahre Vorraum der ganzen Stadt ohne Stühle und mit nur Nichts rum warten durften. Bei einem Schnäppchenpreis von 170€ nimmt man sowas natürlich gerne in Kauf. Besonders, wenn das „Personal“ dann auch noch Englisch mit deutschem Akzent wie Betonplatten auftellert.
Die selbstbildverzerrte Frau, die mir letzte Woche noch geschrieben hatte:“[…] und möchte gleichzeitig betonen, dass ich mich strikt an die vorherrschenden Regularien halten muss und jegliche Diskriminierungsvorwürfe entschieden von mir weise.“ und der ich gerne raten würde sich mal etwas mit deutscher Nachkriegsgeschichte zu befassen, hat mich am Nachmittag zum Speaking Test gebeten.
„Can you read this?“ knallt sie mir einen Fünfzeiler auf blauem Papier vor die Augen. Ich erkläre, dass auf A3 groß kopiert immer besser wäre. Sie guckt missmutig, obwohl sie bejat, dass es einen Kopierer gäbe. Ich bringe meine pronöse LCD Lupe ins Spiel, um ihrer Faulheit entgegen zu kommen. Lesen zwei Worte vor und bekomme den Zettel gleich wieder aus der Hand gerissen. „You will get extra time to read this one minute task. Is that fine for you?“ Mein Gesicht versteift: Bitte jetzt nicht lachen, nicht jetzt. Für einen Fünfzeiler für den man eine Minute zum nachdenken hat noch extra Zeit… Das ist ja wie ein Gold scheißender Esel mit eingebauter Geldfälschmaschine. Welch Güte der seelischen Reinheit. Aber ich hab sie durchschaut: Ihren aufgesetztes pseudo Vorstadtenglisch kann sogar jedes Trüffelschein als deutschen Englischlehrerschmarn enttarnen. Ungläubig stellt sie am Ende des Interviews auch fest, nachdem ich ihr gesagt hatte, dass das Mikro immer noch rot leuchtet, dass ich ja Lichter gut erkennen könnte. Dann muss ich mir Augen technische Fachwörter aus der Aphotheken-Umschau anhören. „Haben sie Astigmatismus? Oder haben sie Tunnelblick?“ Ne? Können sie kein Englisch? Short-sightedness heißt Kurzsichtigkeit, frau! Das ist so, wenn alles unscharf ist. Bildung wie ne Tonne Altöl. That is sooo middle class.

Bleibt der Mittelklasse treu. Meine Mitbewohnerin fährt nach Südafrika und ich lerne immer noch. But now it’s tea time.

Eilmeldung: English Incident

Okey, es ist von vorneherein schon merkwürdig, dass meine japanische Austauschuni ein Englischzertifikat und kein Japanischzeugniss haben will. Vor allem, weil man sich bei den meisten Japaner auf Englisch nur nach dem Wetter und ihrem Vornamen erkundigen kann. „Hau a yuu?“ „Fain senkusu!“. Und dann hüllen sie sich auch schon in dunkelstes Schweigen, meist mit dem flehenden Blick, dass man bitte nicht noch irgendwas fragen möge.

Aber wenn Bürokrat etwas will dann sag nicht nein. So muss ich noch mitten in der Klausurenphase diesen IELTS Test vom Vereinigten Königreich durchpuschen. Und die sind auch noch total die bewussten Tester, denn auf deren FAQ gibt es das zu lesen:

Welche Vorkehrungen können für Kandidaten mit Behinderungen oder besonderen Beeinträchtigungen getroffen werden?

Wir wollen allen Kandidaten die Möglichkeit geben, den IELTS-Test unabhängig von persönlichen Einschränkungen abzulegen, um die Sprachkompetenz so fair und objektiv wie möglich beurteilen zu können. Die IELTS-Testzentren unternehmen darum alle Anstrengungen, um den besonderen Bedürfnissen von Kandidaten mit Behinderungen Rechnung zu tragen. Weitere Informationen finden Sie auf http://www.ielts.org. Die jeweils notwendigen Maßnahmen müssen zusätzlich im Vorfeld mit dem zuständigen Testzentrum geklärt werden.

Derbe! Dachte ich und hab auch gleich auf Seite drei des Anmeldeformulars unter meinem Country-Code bei „Special needs“ ein Häkchen gesetzt. Heute morgen habe ich dann in Berlin das Telefon scheppern lasen, um mal so auszuchecken, wie die sich das mit dem Gute-Fee spielen so vorstellen. Und Puff war sie weg die Fee. „Aber, wie sie sicherlich wissen müssen sie uns das drei bis vier Woche vor dem Testtermin bekannt geben.“ Säuselt es und bei mir bricht der Visuv aus. Was ist das denn schon wieder für eine Gleichberechtigungs-Notbremse? Man kann vielleicht halbe Hähnchen kaufen, aber halbe gleiche Bedingungen gibt es nicht. Besitz ich ne Kristallkugel oder juckt mein kleiner Zeh, wenn in einem Monat mal wieder eine Englischzertifikat gebraucht wird? Nein, und bei allen anderen Menschen geht das auch nicht so und deshalb darf man sich bis zum Montag vor der Prüfung anmelden. „Some animals are more equal“ und dürfen das dann aber nicht. Ich hab zwar London eine herzzerreißende Flehmail geschickt und hoffe, dass die vielleicht doch noch den zweiten Gang einlegen, aber fair vergleichbar werden meine Sprachkenntnisse wohl da nicht mehr bewertet werden können. Schade, gute Planung und etwas mehr Denkvermögen hätten ihnen (und mir) diese Demütigung erspart. Brite müsste man sein.

Trinkt mehr Irish Caffee. Farewell.

Vom Essen: Ob Tier oder Pflanze

Ich geb es zu: Ich schmeiße meine staatlich finanziert Ausbildungsförderung für studenten-unfreundliches Bio-Gemüse und goldpreisteure Bio-Steaks in alle EC-Karten-Lesegeräte dieser Stadt. Und heute will ich euch mal den Moral-Hans geben und euch erzählen warum ich das mit voller Hingabe jeden Tag mache.

Erst mal kurz – Der Auslöser für das hier war Followfish. Das ist kein Followme-Auto für U-Boothäfen, sondern eine Webzweinull Bio-Informationsoffensive. Denn ich konnte da den Tracking-Code meines Fischfilets – ein Lachs, den ich grade zu Abend gegessen hatte – eingeben. Super, jetzt weiß ich, dass mein Abendessen in Norwegen gefangen wurde und auch noch bei gutem Wetter starb. Als Bonus darf ich sogar das Autokennzeichen vom LKW kennen, der das Ding rumgetuckert hat. Was bringt mir das jetzt? Nichts! Nur, dass ich weiß wo mein Fisch herkommt? Das hätte man auch mit einem simplen „Made in Norway“ auf der Packung abhacken können. Was wollen die Hersteller damit denn sagen? Mir haben sie gezeigt, dass ich wirklich echten Fisch gegessen habe. Irgendwie banal, aber denkt ihr daran, wie die echte Kuh ausgesehen hat, deren Milich ihr grade trinkt? Unsere Nahrungsmittel sind fast immer dem lebenden Wesen von dem sie stammen so abverfremdet worden, dass wir diese Verbindung fast natürlich gar nicht mehr ziehen.

Und das ist heute mein Thema. Es ist schon irgendwie ein Selbstbetrug, denn viele Mitteleuropäer würden niemals ein Lamm töten können, kaufen aber gerne Lammsteaks bei Lidl im Sonderangebot. Nur weil diese viereckig wie künstlich hergestellte Nahrungslappen aussehen.

Ein Freund von mir hat grade auch den Film Unser Täglich Brot gesehen. Der zeigt die industrielle Lebensmittelherstellung in Europa ohne Kommentar oder Interviews. Nur Bilder und Ton. Es ist Kunst als Dokumentarfilm. Ich empfehle ihn sehr. Fast alle Leute, die ihn gesehen haben, warn von ihrem eigenen Selbstbetrug – unterstützt von den Supermärkten – erstaunt. Keiner wurde jedoch Vegitarier. Aber wir waren uns alle einig, dass der in jeden Erdkundeunterricht gehört. Man isst danach bewußter. Mensaessen für 2,50€: Wie kann da das Schwein seine Würde gehabt haben? Denn es geht um Würde und um Glück. Es ist dabei egal, ob man Fleisch oder Pflanzen isst.

Das nerdige WIRED-Magazin hatte dazu letztes Jahr ein Titelthema: „The Future of Food„. Es geht zwar um die USA, aber klickt euch mal etwas durch die schön gestalteten Diagramme und Statistiken. Es zeigt auch, dass wir die 500 Millionen Menschen in der EU gar nicht ohne dieses Industrielle ernähren könnten. Harmonisch auf einem einsamen Bauernhof leben zu wollen wäre da schon eine enorme Verschwendung und egoistisch den restlichen Menschen gegenüber, die dicht gedrängt in durchsturkturierten Städten leben.

Wie der Freund von mir gut festgestellt hat, liegt es z.B: auch an mir, dem Ingenieur, der die 100-Schweine-pro Stunde-Maschine entwickelt, zu entscheiden was Würde und was Ausbeute an der Natur ist. Ich entscheide, ob die Herstellung meiner Paprika das Grundwasser mit Käfergiften vollpumpt. Ich entscheide meinen Blumenkasten mal wieder mit Tomaten zu bepflanzen. Und ich entscheide, ob ich eine exotische Südfrucht oder einen Apfel esse. Das ist unsere Freiheit und das sollte uns auch bewusst sein. Nebenbei, wenn ihr euch mal Bio kauft ist da 20% weniger Wasser drin, heißt also es schmeckt intensiver und man fühlt sich gesättigter. Kosten Nutzen.

Hakuna matata! The Circle of live und so. Bleibt Greenhorns.

Teenies, Formular und die Integration

Huch, es ist ja Donnerstag. Eigentlich nicht ein Tag zum Bloggen für mich. Aber es ist so viel passiert. The wind of change – ihr wisst schon.

Fang ich mit den Teenies an. Meine anonyme Mitbewohnerin hat mich nämlich auf das Bloc Party Konzert in Muc mitgeschleppt. Eigentlich ganz schön geiles Zeug, nur die aggressiven Teenis auf der Brit-Rock Partäi waren nicht so der Swing. Pogo, das mehr Randale ist als Tanz, geht ja mal gar nicht zu meinem Groove. Ich bin da lieber schleunigst ins Abseits auf die Renterbank und hab vor mich hin hoppent den geilen British-Accent vom Frontman genossen. Teenies: Ich weiß zu Hause wohnen kann manchmal stressig sein, besonders, wenn man die Geschirrspühlmaschien ausräumen muss. Aber bitte keine Gewalt in Konzerten. Werdet Studenten, dann habt ihr keine Spühlmaschinen mehr. Achja, und das mit dem Ein-Frau-Gardrobenrpinzip von der Location überdenken wir nochmal.

Außer Gerangel on the dancefloor hatte ich noch das Aufklärungsgespräch. Nichts mit Kondomen und solchen Sachen, sondern über Japan, das geile Land, und die Tokyo Tech. War ganz nett und ein paar coole Leute sind mit am Start. Jetzt heißt es nur last minute noch die Bewerbung für Japan zusammenkleistern bis Ende Februar. Toefl brauch ich ja auch noch. Wird nachgereicht das teure Partyschwein. Und wie im Dschjungel-Duell, also wie im echten Urwaldleben, jagen wir auch schon nach den besten, den tollsten und den geilsten Stipendien dieses Planeten. Mal sehen was am Ende die Portokasse so hergibt. Tipps nehme ich auch gern entgegen.

Ja und zum Schluss noch ein Report von den Abgründen der TU München: Nämlich Integration und ihre Spätfolgen. Heute gab es ein super Treffen für Leute mit besonderen Anforderungen ans Studium (Behinderte und Chronisch Kranke nennt der Beamte uns). Natürlich waren die Geschichten aus dem Unialltag der anderen genau die gleiche Gleichstellungs-Hühnerkacke, die mir ungefähr dauernt hier an der TU passiert. Professoren, die Prüfungszeitverlängerungen, die rechtilich bindent sind, nicht anerkennen, weil man die Behinderung ja nicht deutlich sehe und sonst ja jeder daherkommen kann und alle sowas bekommen könnten. Kriminalisierung nenne ich diesen Faschoscheiß. Manche sind so stark durch die Gesellschaft – deine und auch meine Gesellschaft – eingeschüchtert, dass sie versuchen gar nicht aufzufallen und dadurch so krasse Diskriminierungen erleben. Bssssss. Naja, bevor ich hier noch meine Tastatur in Flammen aufgehen lasse, mach ich lieber noch ein paar Meditaionsübungen, denke an Blümchen im Sonnenschein und stehe für eine bessere Uni ein. Wusaaah, Integration, meine goldene Kuh! Nur noch eins: Meine beantragten Computer für mein persönliches barrierefreies Maschinenbaustudium hängen immer noch im Bürokraten-Kabelsalat fest und warten wohl bis ich ins Nirvana aufgehe. Realitätserwachen!

Friede sei mit euch und dieses ganze Zeugs. Faulheit und Intoleranz sind das Gift für die Gesellschaft. Ohmmm…