Japan – Kapitel 3: Kansai

Was ist eigentlich Kansai (Und wo ist auf dieser Tastatur das Fragezeichen) ? Ist es ein Hallo-Kitty-Pinker Energzriegel oder ein Staubsauger mit Tigerstreifen? Nein, auch nicht Superman, sondern eine Region in Japan. All inclusiv sind Kyoto, Osaka und Nara. Alles ganz wichtige Staedte.

Fuer zwei Naechte haben wir in Osaka uebernachtet. Da haben wir in so einem Stadium uebernachtet. Also nicht unter Planen, sonder schon in einer Jugendherberge. Keimfreisauber war es da. Aber Sperrstunde ab 11. Damit sich keine Obdachlosen in die Lobby legen. Tzzz. Unser erster Eindruck war leider schlecht von Osaka, denn wir waren gegen 4 Uhr und mit Graden ueber unserem Schmelzpunkt durch eine voellig verlassene Innensatadt. Und ‚voellig verlassen“ ist in Japan so wie Klaustrophobie nur umgekehrt und viel schlimmer. Wenigstens waren wir am naechsten Tag am Hafen (Essen war aber scheisse). Buddah sei dank, dass wir am Abend endlich Youdo, einen Freund von mir aus Muenchen, treffen konnten um mal die wirklichkeit in der japanischen Wusselmetropole zu beschnuppern. Die ist namlich eher eng, voll und laut. Herzig, genau wie in der Reisebroschuere.

Und jetzt wohnen wir grade in Kyoto. Ich habe natuerlich brav die drei in saemtliche Tempel und Schreine der Stadt geschickt. Grade auch. Die Kinderchen muessen ja hungrig werden. Dann sind sie gefuehgig und essen alles! Teuflisch oder? Ich dagagen hab mich fast jeden Tag mit Youdo getroffen, mit ihm geshoppt, die japanische Popkultuer durchlitten und Sushi gegessen. Immer alles zwischen Osaka (Seine Wohung) und Kyoto (seine Uni). Wurde vorgestern auch noch von seiner Mutter eingeladen. Die hat mir total nett ganz Japan aufgetischt und mir dann auch noch tausende Klaine Handyanhaenger aufgeschwatzt. Einen Haushasen haben die auch noch. Poporo heisst das Riesenvieh. Es lauft in der ganzen Wohnung frei rum und alle sammeln immer hinter den Koetteln her. Aber unsere Beziehung war schon von Anfang an belastet. Ich konnte mir ihn einfach immer nur saftig mit Kartoffeln und Bratensosse vorstellen. Er dfagegen war, wie alle hier, von meiner hellen Haut so verzaubert, dass er da gene mal ein Stueckchen abgebissen haette.

Hase hin oder her. Mit Youdos coolem Madzda Roadstar sind wir dann speedo in die Berge zu einem Wasserfall. Die japanische Kicknick-Beton-Romantik ist total der Herzschmerz. Ach und bitte erzaehlt den Maschinenbauern nichts davon, dass ich schaendlicherweise ein billiges Japanmobil benutzt habe, und es auch noch toll fand. Was fuer eine Unehre.

Nachtrag:
Am abend sind wir dann mit der Mazdasause wieder in Kyoto-Partytown und haben mit Youdos Kommilitonen einen Isakaya gerockt. Der Klassiker in interkultureller Kommunikation musste wieder herhalten: Schimpfwoerter austauschen mit moeglichst lautem gegiggel und grossen Umschreibungen. Zum Beispiel „Geil“ - 90% cool, 10% „edji“(anruechig von engl. to edge).

Der heilige Sonntag war fuer die anderen Kyoto high Season. Tempel bis zum erbrechen. Ich und Youdo haben die Kreditkarten nochmal geschwungen und sind in dann ins Kinomit einem von seinen Freunden. Dramatisches Morddrama mit Liebe und hippen Forscher im Kriminologenteam.

Montags war „Tempel – Klappe, die zweite“ angesagt und ich habe Hostels in ganz Kzushu abgebucht. Ab eins sind wir raus nach Arashiyama und haben uns von gruenen Haengen und Affen anlaecheln lassen. Perfekt! Das kleine Verlorengehdrama lassen wir im Nebel untergehen. Abendswieder Action mit den kleinen Gelben. Karaoke und dann (ohne Felix) Koreanisches BBQ, Yakiniku. Super netter Abschied von Youdo. Nur mussten wir dann total verwirrt schnell in irgend einen letzten Bus stuermen. So war der Abschied ein 5 Sekunden Umarmungsakt mit relativ perplexen Japanern in der Hauptrolle. Sayonara.

Jetzt sind wir in Hiroshima. Haben schon den Atombombendom mit sammt Friedensmuseum abgehakt. Ausserdem waren wir auf der wunderschoenen Miajima Insel. Weltkultureerbe. Muss aber dauernd wieder aufgebaut werden: Holztempel und Tsunamigebiet sind kein Haendchen-halt-Paerchen. The pictures saz it all, babes.

Ciao Leute. Spielt nicht mit Atommuell. Morgen geht es nach Suedkyushu, Kakoshima. 4 Stundentrip. Gute Nacht!

Japan – Kapitel 2: Ise

Eine neue Runde, eine neue Fahrt. Es geht weiter aus Japan. Wir sind dann doch noch einen Tag laenger da geblieben. Diana und ich haben erstmal ein Sofa gekauft. So zum klappen fuer die Trendbewusste Studentin. Achja, und in Harajuku, wieder so einem abgeflippten Mode-Shopping-Getuemmel, bekam Hella dann mal wieder kreischende Kaufattacken. Zwischen J-Pop und lila Oekomode.

Ihr merkt schon, dass meine Umlaute grade kurz den Hietzetot gestroben sind. Liegt daran, dass wir grade in Osaka sitzen und auf japanischen Tastaturen navigieren. Komplizziert, weil ein flachers getippe und schojmn komt das sowas: お茶が好きです。

Anyway, Vor Osaka sind wir namlich ganz frueh aufgestanden um nach Ise zu fahren. Das ist das Zebtrum des Shintoismus、der Naturgottreligion der Japaner. Erstmal flitzen wir dafuer mit 300 im Shinkansen uber Japans Gleisnetz bis nach Nagoya. Da ab in den winziogsten Bummelzug mit ganzen zwei Wagen aber auch dafuer zwei Mann Personal an Bord. Schoene Landschaft und der Schaffner sausen nur so an uns vorbei. Ewig. Ploetzlich stoppt der Sschafferen – nicht der Zug – quitschend an unsere Sitzreihe und labert erstmal los. Bla bla, Amerika, Blupp, Ah Deutschland, laber laber, Nachzahlung! Denn der wollte jetzt Cash sehen. Irgebdwas mit Oeffentlicher Zug auf privaten Gleisen und wohl sein Bier fuer den Feierabend.

Egal, wir waren in Ise. Es war natuerlich total schoen. Es sind zwei Tempel, der Innere und der Aeussere. Die werden aber, weil das Richtfest damals so schoen war alle 25 Jahre abgerisseen und 50 Meter nebenan wieder aufgebaut. Man braucht ja auch Rituale, gell.

So jetzt laeuft die Zeit ab. Abends ging es nach Osaka. Und aus das Sushi fuer heute.

Japan – Kapitel 1: Tokio

7 Uhr morgens, wir landen. Total übermüdet torkeln wir noch fast mit den Schlafmasken im Gesicht die Gangway herunter. Kein Drogencocktail hätte uns retten können. 3-Tag-wach und immer noch wurde getanzt.

Passkontrolle, Fingerabdrücke und Zollbeamte. Alles war passiert. Gut, dass wir keine unangemelteten Schwerter dabei hatte, die fallen nämlich unter das Waffengesetz. Im Keisei Skyliner ruckelten wir endlich ab nach Ueno, dennen Endstation und unser Schnäppchenticket in die Tokioter Innenstadt.

Der nächste Termin war erst das Meeting mit Diana um 3, die uns so nett aufnehmen wird. Deshalb lungern wir noch ewig zwischen Fischständen und Supermarktsnacks in Uenos Vergnügungsviertel rum. Auch pornös anrüchige Internetcafes liegen auf der Route. Abends übernachten wir dann in Higashimatsubara bei Diana. Unser Essen wir im Supermarkt erlegt: Sushi, Teigtaschen und Bohnenzeugs.
Am ersten Tag hatte ich mich mit einer alten Freundin verabredet. Vera mit ein ihrem Ex-Austauschjapaner. Wir hatten geplant erst Akihabara, das Elektromekka Asiens, und dann Asakusa, einer der bekanntesten Tempel und ein altes Arbeiterviertel, zu besuchen.

Zwischen Computerteilen und Handyzubehör gibt es einen ganz besonders hippigen Trend: Maid-Cafes. Da bedienen einen junge unschuldige Girls in Zimmermädchenklamotten aus England um 19 Hundert. Total die Dienerinnen reden sie einen nur mit „Hausherr“ an und knienen bei der Bestellen neben dem Tisch.

Ohne Drogen total High von Blitz und Bling flossen wir dann nach Asakusa zum Kaminarimon, einem riesegen Lampignon vor dem großen Tempel. Der ganze Tag endete total Japanisch, als uns meine ehemalige Gastfamilei zum essen ein lud. Wir haben gelernt: Japaner haben doch Temprament und essen so viel. Sie haben gelernt: Deutsche nicht mit abfüllen. Ich blieb da, die anderen fuhren wieder zu Diana.
Am Sonnabend haben wir uns in Shimokitasawa wiedergetroffen. Yuta, mein Gastbruder war dabei und der Koreaner Yunho, ein Freund von mir aus der Japanischschule, plus Freundin. Dieses Viertel ist total das Pop-Klamottengebiet. Hella ist erstmal total ausgeflippt in meinem Lieblingsshirtladen: „Das ist ja alles Deutsch und total falsch! Wie geil!“ Sprachs und kam kaufen einen ganzen Kleiderschrank. Abends hatte ich ein Date mit meiner Brieffreundin, eine alte Dame, die mir immer Tee schickt. Die anderen drei wurden von Veras Freund zum Essen nach Kawasaki eingeladen.

Sonntag, keine Ruhetag für Japaner, hatte ich die drei nach Kamakura geschickt. Ich schlief aus und fuhr irgendwann nachmittags zurück zu Diana. Wir beide zogen dann noch ein bisschen durch die Nachbarschaft.

Heute ist Montag, Morgen fahren wir über Ise nach Osaka. Es ist schon Mittags und wir stehen jetzt auf.

Auf heißen Gleisen

Die Elite machts möglich: Den ganzen Sommer über Bibiliotheksbänke, Formelsammlungen und Klausurtermine, denn beim Maschinenbau an der TU München – „Deutschland brauch Ingenieure“ – sind Ferien überflüssig. Studiengebühren müssen schließlich nicht verdient und Praktika abgeleistet werden. Man schreibt hier eher eine Klausur pro zwei Semester, um Sonnenbränden gleich vorzubeugen.

Aber: „System terminated“, „Programm beendet“, „Guthaben leergequasselt“. Zu Ende ist’s. Nach 3 Monaten mentaler Marathons und Panikattaken wurd’s aber auch mal Zeit. Jetzt wollte ich euch noch irgend so einen tollen bayrischen Labersatz dranhängen, aber meine Gehinrwindungen können grade nur noch Hochsprachen. Die letzte Klausur wird eingesammelt und plop und pling stoßen alle schon im Höörsaal an. Wusch, ab in den „Braintrain“ direkt ins Bierzelt auf die Wiesn (übrigens: singular, feminin).

Für mich ist das mehr der Wiesnterror (diesmal singular, neutrum). Die geballte Derbheit ertrag ich einfach nur nach einer Mass. Aber immer hin ist die ganze Welt angereißt, bekommt mit jungen 18 gleich 1 Liter Bier (Amerikaner), parken mit den Wohnwagen die ganze Stadt zu (Italiener), kaufen sich bei H&M ein Dirndel (Norddeutsche) oder schunkeln fröhlich mit und hoffen, dass niemand merkt, wie man auch schon nach einer halben Mass kotzen kann (Japaner). Und da hab ich sie schon an den Hosenträgern gepakt – die Überleitung.

Nach diesem ganzen Stress spiel ich nämlich mal wieder Marcopolo und mache eine kleine Welttournee. Natürlich heißt das Ziel Japan, denn da hab ich schon ein Jahr lang gelebt, kann mir einen Hamburger mit Scampies auf Japanisch bestellen und gehe voll ab bei rohem Fisch. Diesmal, Trip Version 3.0, kommen sogar 3 Freunde von mir aus Hamburg mit. Das Schmankal: Japanese Railway Pass. Wir fahren 3 Wochen lang Zug durch das Land. Spontan, mit Telefonnummern von Freunden im Gepäck und für die interkulturelle Kommunikation lernen wir noch schnell unsere Namen zu tanzen.

Tour de Japon – Die Route:
Tokio -> Ise -> Kansai (Osaka, Kyoto, Nara) -> Kyushu (Fukuoka, Nagasaki) -> Shikoku -> Tokio

Zeiteinteilung: ungewiss

ich hoffe, dass wir im Internetverseuchten Japan öfter mal Fotos und kleine Texte über nsere Action hier hochladen können. Vorab hab ich da mal so eine kleine Karte gemacht. Vielleicht füllen wir sie ja später mit Bildern.

Servus sagt der Bayer, sayonara sagt der Japaner, Ich sage nix und freu mich schon.

Die (geplante) Route:

Der Miraimist – Erstausausgabe

Klick und peng! Da ist sie, die erste Ausgabe des Miraimisten. Irgendwie überfordern tut es mich dann doch. Ein Klick auf das freundliche Orange „Fertigstellen“ und schon hauen sie einem erstmal ein Textfeld hin, leer. Da muss man ja ganz schön der Drachentöter sein, um nicht gleich vor Schreck den Bildschirm auszuknipsen.

Aber auch ohne Defibrillator lebe ich weiter, denn viel muss ja jetzt rein in meinen Mog (Magazine Blog).

„The Miraimist is your new magazine for techno-lifestyle, east-asian trend culture and political awareness in Germany, reporting from Munich.“

Das ist das Motto. Motto macht mobil – oder so ähnlich, und das heißt ich werde euch mindestens ein mal die Woche mit Berichten über Themen wie „Technik und wir“, „Japanische für den Magen“, „Politik: warum eigentlich?“, „Trends aus Tokio“, „Elite=Uni×Geld²“ und „Comic heißt jetzt Manga“ beglücken.

Textfeld voll, auf zu neuen Galaxien!