Tokyo and it is raining

Eigentlich ist gerade in der beiden Hauptresiezeiten. Herbstlaub. Aber Tokyo bietet nur Regen.

IMG_4539IMG_7912Hier die Regenschirme auf der Shibuya Kreuzng. Ein Wald aus Spitzen Enden genau auf Augenhöhe. Das Grauen in transparentem Plastik.

Frohen Herbst! 🍂

Fotosammlung aus Tokyo

Hospital Food
Hospital Food
Beef Ramen
Beef Ramen
imgBlurry Sky Tree2320
imgBlurry Sky Tree2320
Shitamachi Hipster
Shitamachi Hipster
Window in Autumn
Window in Autumn
Traditinal Water Mill for Making Soba
Traditinal Water Mill for Making Soba
Japanese Room
Japanese Room
Japanese Room
Japanese Room
Hand made Soba
Hand made Soba
Food Market
Food Market
Food Market
Food Market
Coffee Selection
Coffee Selection
Bakery in Shitamachi
Bakery in Shitamachi
Starter
Starter
Random Street Photo
Random Street Photo
Ginza at Night
Ginza at Night
Flower on Tabel
Flower on Table

Neulich im Zug in Europa

Ich bin neulich mit dem ICE nach Köln gefahren. Ich saß in der zweiten Klasse am Fenster. Der Zug war modern und angenehm. Richtig gutes Engineering. Er raste mit 200km/h durchs Land und war sehr elegant. Moderner Luxus für jeden.

Wir hielten mehrere male. Landeshauptstädte, Provinznester, Fabrikorte. Bahnhöfe mit weißer Schrift auf Blau. Glas, Beton und Metal. Modern eben. Etwas kühl.

Gerade waren wir aus einem solchen Bahnhof gemächlich wieder los gerollt. Der Zug hatte noch keine Höchstgeschwindigkeit, aber das angenehme Reisegefühl breitet sich schnell wieder aus. Die Leute waren entspannt, von der Arbeit genervt, vielleicht etwas gestresst, mit Vorfreude oder am Pennen. Harmlos, nett, alltäglich, modern. Angenehm.

Da kamen sie. Drei Menschen. Zwei Männer und eine Frau. Sie waren hektisch. Etwas verwirrt. Sie suchten nach einem Platz. Aber nicht hier. Weiter hinten. Sie hatten bunte Trainingsklamotten an. Adidas, Puma, Sporttaschen, grün, rot, blau. Sie könnten gerade aus einem Fitnessstudio gekommen sein oder vom Fußball. Aber eines verriet sie: Die Supermarktplastiktüten.

Sie waren Flüchtlinge.

Unbehagen kam auf. Wie eine Schlechtwetterwolke an einem sonnigen Herbsttag schob sich etwas auf unsere Gemüter. Unangenehm. Angst. Nicht die Angst vor ihnen. Nicht die Angst vor Taschendieben in der Fußgängerzone oder die Angst vor besoffenen Party-Schlägern in der Nacht. Die Angst. Die Grauenhafte. Die Absolute.

Sie zogen es hinter sich her. Es verfolgte sie.

Ihre Angst. Tief.

Die Fröhlichkeit verschwand für einen Augenblick. Die Farben ihre Kleidung wurden grau. Das Reisegefühl erstickte wie abgerissene Musik. Die Landschaft verlor sich. Grau wie Regenwolken. Düster.

Es saß ihnen im Nacken und wir spürten es. Das Dunkle. Grauenhaftes. Sie flohen davor.

Es war der Krieg.

Das Monster.

Es dauerte nur drei Sekunden, vielleicht fünf. Sie liefen verwirrt weiter. Aus meinem Blickfeld. In einen anderen Wagen. Weiter. Weg.

Der Schauer erreichte meine Füße. Und war weg. Vom Boden aufgesogen. Von ihnen mitgenommen. Sie hatten es mitgenommen.

Auf einmal zog die Dunkelheit wieder ab. Es verflog. Farben waren wieder bunt. Die Menschen wieder herzlich. Die Technik des Zuges faszinierend fortschrittlich. Der Zug raste weiter. Lang-gezogen und schnell, modern und elegant. Durch die grüne, weite, friedliche Landschaft draußen. Als hätte die Technik es nicht bemerkt. Herbst. Die Landschaft draußen heißt Europa.

Mich hat dieser Eindruck nicht los gelassen. Der Krieg. Der Brutale. Kam so nah. Ich hatte vorher nur Fernsehbilder von Flüchtlingen gesehen oder Menschen, die schon länger hier angekommen waren.

Diese drei waren noch nicht angekommen. Sie wollten weiter. Nach Schweden zur Schwester? Nach Hamburg zum Sohn? Zu einer versprochen Arbeit, einem versprochen Bett?

Funktionskleidung. Leicht, praktisch, warm, Schmutz abwesend. Sie hatten es wohl gut geplant. Kleider einer deutschen oder einer amerikanischen Marke. Produziert in Südostasien.

Der Krieg schien so nah. Die Angst der Großeltern und der Urgroßeltern. Sie schien zu Fuß zu erreichen. In Funktionskleidung, mit Schnellzügen, modernste Technik, und per Anhalter.

Es wurde für mich auf einmal bedrückend Europa zu zu sehen. So zerbrechlich. Aufgebaut, um des Friedens willen. Nie wieder Krieg steht im Gen-Code der Union. Einheit durch Vielfalt. Solidarität. Fortschritt. Sicherheit. Freiheit. Freiheit egal wer du bist, egal wie. Und jetzt?

Deutschland, der Dämon des Abendlandes, hält daran fest. Solidarität. Mitgefühl. Der eigene Schmerz der Vergangenheit treibt es voran. Wie lange noch? Was macht Europa?

Sie können kommen. Sie müssen kommen. Wir schaffen das. Willkommenskultur. Wunderbar. Neu, offen, modern, humanistisch, freundlich. Wie ein warmer Sommerregen auf einer Wiese.

Der Albtraum ist so nah. Feuer, Zerstörung.

Menschen zerstören Häuser, wie im Krieg. Menschen hassen auf der Straße, wie im Krieg. Menschen verleugnen andere, wie im Krieg. Menschenwürde, Menschenrechte. Wie im Krieg? Das passiert in Deutschland.

Wie zwei Drachen kämpfen sie. Hoch in der Luft. Über dem Land, dem Kontinent. Über dem Krieg. Wie im Krieg. Wie weiß gegen schwarz. Wie Jing und Jang. Hin und Her. Liberalismus, Menschenrechte, Humanismus, Mitgefühl, Offenheit, Freiheit, Vertrauen, Freude, Menschlichkeit, Klugheit. Dagegen. Angst, Wut, Hass, Intoleranz, Extreme, Missgunst, Ausschluss, Zerstörung, Verletzung, Verdrängung, Wiederwille, Egoismus, Dummheit.

Nicht nur in Deutschland. In Europa. Zerbrechlich. Wie der Frieden. Auch ohne Krieg. Noch.

Aber was kann ich tun? Was sind meine Helden? Was hilft? Was rettet? Was schützt? Wilde Gedanken.

Mitgefühl.

Mitgefühl hilft die Angst zu überwinden. Mitgefühl erzeugt Vertrauen. Mitgefühlt macht sicher. Mitgefühl gewährt Freiheit. Mitgefühl erlaubt Vielfalt. Mitgefühl rettet alles. Mitgefühl ist Zivilisation. Die Entscheidung zu Mitgefühl.

Wir brauchen mehr Mitgefühl. Mehr Vertrauen, mehr Offenheit, mehr Freiheit, mehr Vielfalt, mehr Akzeptanz. Die Entscheidung zu Mitgefühl ist kostenlos. Sie braucht nur Mut. Unseren Mut. Die Entscheidung  zu Mitgefühl ist Freiheit. Freiheit von der Angst, der eigenen Angst.

Mitgefühl ist unser größtes Geschenk, unsere größte Heldentat. Auch im Kleinen. Jeden Tag.

 

 


Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“ – Meister Yoda  –  vor langer, langer Zeit, in einer Galaxis weit, weit entfernt

Berlin bei Nacht ist gelb

Seit langem bin ich mal wieder mit einer eigenen Digitalkamera durch die Nacht gezogen. Hier sind ein paar Bilder von Berlin bei Nacht zischen Brunnenstraße und Weinbergspark. Wenn ihr auf die Bilder unten in der Galerie klickt, kommt auch der jeweilige TItel.

Eins ist ein Selfie für euch.

Viele Grüße an die Spontanen und Verrückten.

Short Notice: Berlin.

Gelbe Blumen am Fenster

Hallo Internet, wie ist dein Frühling?

Ich gehe nach Berlin. Heute ist es fix. Ab Mitte Mai werde ich dann aus der europäischen Hipster Metropole wieder mehr von Trends, Absurditäten und neuer Esskultur berichten. Ich freue mich schon!

Grüße an die Möglichkeiten. Yippie!