Bisschen schwul? Podcasts dafür

Nancy: aus New York, natürlich, mit zwei herrlich witzigen Hosts, einer schwul, eine lesbisch. Immer andere Themen und Geschichten um LGBT Leute, ihr Leben und die Erfolge. Manchmal ist es sehr rührend und manchmal reist der Lachanfall nicht ab. Hat bestimmt Preise und Feuilleton Auszeichnungen gewonnen, denn der Zeitgeist trieft aus der Lautsprechermembran und die Autoren geben allem Hörern einen Feel-Good-Hug.

Food 4 Thot: Stellt euch Sex and the City vor, nur mit vier Schwulen Jungs statt den Mädls. Alle eine andere Ethnie, alle Dichter und alle voll auf Rosé jede Folge. Alles etwas notgeil, aber laut lachen in der U-Bahn zur Rushhour ist auch einfach geil. Ja die sprechen viel über Sex. Aber durch die Gedichte und Literatur Referenzen kommt schnell auch Intellektualität auf.

Bonusrunde:

Fest & Flauschig: Eigentlich gar nicht schwul, aber wer gerne zwei Männer in den besten Jahren intim plauschen hört, dem empfehle ich Jan B aus Köln und Olli S aus Hamburg und Berlin. Ablästern, Prom-Schnack, Bettgeschichten und Politika. All in one. Nur bei Spotify.

Faulheit als Gegentrend zu den Optimierern und Overworkern

Deutschlandfunk Hörsaal mit einem alademischen Vortrag über den sich weiter andeutenden Trend der Faulheit als Antwort gegen Selbstoptimierung, Überstundenwahn und vieles mehr.

Ich wusste gar nicht, dass es so viele Arten von Faulheit gab. Es kommt auch Altgriechisch vor, für die Bildungsbürger unter euch.

Anhören unten im Player oder hier:

Hokusai im Arbeiterviertel

Nicht nur in Hamburg hat man neue kulturelle Wege eingeschlagen, auch im Arbeiterstadtteil Tokyo Sumida-ku, im Osten der Stadt, besinnt man sich auf einen alten Künstler aus dem Anfang der Öffnungszeit Japans. Hokusai.

Er inspirierte die großen französischen Maler wie Picasso und seine Ansichten des Fuji, vor allem die berühmte Welle, sind heute der Inbegriff touristischer Kitschprodukte und spießiger Ikea-Poster. Aber irgendwie hat man das erst in den letzten Jahren erkannt und Investiert, um noch mehr Touristen in die „Shitamachi“ (Downtown) Gegend, wie man im Rest der Stadt etwas herablassend gerne sagt, zu verführen. Hier wo jetzt auch der riesige Skytree Fernsehturm in die Höhe ragt und in Asakusa alles was von Tempel bis Porzelan oder Yukatta-Bademantelverschnitt und Washi-Pack-Papier die Touristen begeistert.

Hoksai Museum Fenster Aufnahme
Hoksai Museum Fenster Aufnahme

Das Museum wurde von den beiden alten Leuten des berühmten japanischen Sanaa Duos kreiert. Die Taktik der großen Namen ist hier der Rote Faden. Sie haben ein Aluminiumkasten mit Einschnitten in Form eines N geschaffen. Macbook Look für Holzdruck Kunst. Klar verständlich für jeden Hipster.

Neujahrsessen und alles hat einen Bedeutung
Neujahrsessen und alles hat einen Bedeutung

Ich war zwei Wochen nach der Eröffnung dort und, obwohl die Stadt dank der Neujahrsfeiereien eigentlich leer war oder höchstens etwas verblendete westliche Touristen für ein nicht-vorhandenes Neujahrs-Party-Spektakel-Wunder – Mallorca für Yuppies mit Minimal-Techno – die Stadt belagern, war das Museum pressgepackt mit japanischen Intellektuellen und Rentern.

Blöd nur, dass die Architekten lieber riesige Baulücken um das Gebäude mit Kinderspielplatz ließen, um wohl dem Zen freien Fluss zu lassen. So ist selbst an der Kasse und zum Fahrstuhl ein Chaos der raumzeitlichen gekrümmten Menschenschlagen angesagt. Es gibt keine Treppe vom Foyer zu den Austellungsräumen. Hoffentlich eine Feuertreppe irgendwo versteckt.

Da im Moment noch keine der großen Reiseführer Ketten der pseudo authentisch, selbst geplanten Pauschaltouristik sich die Tinte für diesen Eintrag gegeben hatte, oder die Onlineredaktionen der Welt-Hipster-Bewegung gerade mit Bio-Gin besoffen unterm selbst gefällten Weihnachtsbaum abnickten, waren kaum Ausländer an zu treffen. Besser war es für alle beteilige, denn irgendwie hörte nach der Hälfte der Bilder  die englische Beschilderung auf und das Personal hätte wohl lieber in Klingonisch als mit Englisch die Reisenden beglücken können.

Die Bilder sind atemberaubend. So filigran, so unglaubliche Muster und Perspektiven, so genial gefaltete Kleider, so unglaubliche Natureindrücke. Der Stadtteil erwirbt weiterhin Bilder, da Hokusai hier arbeitete und geboren wurde, und mischt auch andere Künstler der Zeit mit ein. Zur Zeit waren Leihgaben aus der umfassenden Sammlung Hoksais in Boston dort. Für mich ist das Museum Nummer drei in Tokyo. Nezu, Edo und dann Hokusai. Alles andere nur, wenn man wirklich viel Zeit hat. Aber für jeden Bildungsbürger wohl ab jetzt ein Muss in Ost-Asien

Aber wie ich die Japaner kenne, werden sie sich schnell anpassen und wenn die Begeisterung der Europäer und Amerikaner für Hokusai das Museum überspühlt, wird sich wohl auch eine Übersetzung finden lassen. Das Platzproblem bleibt. Vielleicht spart man sich dann den obligatorisch-authentische U-Bahn Rush-Hour Selfie-Trip. Hochkultur sei dank.

Der Zeichner zur Musik
Der Zeichner zur Musik
Das Endkunstwerk im Fluss
Das Endkunstwerk im Fluss

Apopo, hier zwei Bilder von dem zufälligen Konzert mit Performance, das dort auch gerade stattfand. Japanische Gitarren plus Gesang plus Action-Painting-Kalleografie plus Hokusai-Yoga-Abstrakt-Tanz.

Mal sehen, ob eure Software das abspielen kann.

Mehr absurde Kulturmischungen bitte auch für euch. Hoppladihü.

Und Sushibar.

Sushibar
Sushibar

Do not burn-out, do not work=yourself

Gerade höre ich den Podcast des Sendung Hörsaal von Deutschlandradio Wissen. Sie haben diesen Monat ihr Programm erneuert, es etwas jünger gemacht und mehr Dynamik rein gebracht. Ich kann euch ihre Webseite, Podcasts und ihren Radio-Stream nur empfehlen.

Ihr bezahlt für das Paid-Content Modell ja auch fast 18 Euro im Monat per Zwangs-Abonnent (Haushaltssteuer) „Rundfunkbeitrag“ – also nutzt mehr Öffentliche wie Dradio und Arte.

Dort gab es gestern einen Beitrag über Burnout (51min, 47MB). Dabei legt unter anderem eine Soziologin sehr genau den Zustand und die Problematik dar: Es geht im Kern um die Emotionalisierung der Arbeit. Wir werden nach Arbeitsmodellen ala Google-Campus dazu gebracht unsere Arbeit mit unserem Selbst gleich zu setzen. Dies führ1t zu Enttäuschungen und schließlich zur Depression in der Form des Burnout.

Dabei erkennt man dieses, nach der Soziologin, durch die drei Symptome  physische und emotionale Erschöpfung, Zynismus und das Gefühl der Ineffizienz und Depersonalisierung. Als Ausweg nennt sie die Arbeit wieder als Zweck zu sehen, von  Misserfolgen Abstand zu nehmen, die, durch übermäßigen Wettbewerb entstehenden Drücke, durch Kooperation zu ersetzen und auch bei fließenden Arbeitszeiten und variablen Jobmodellen die Arbeitszeit wieder als den messbaren Indikator von Leistung zu sehen.

Dabei empfiehlt auch sie den Film „Work hard, Paly hard“, über den ich schon vor einiges Zeit schrieb, jetzt aber den Link nicht mehr finde.

Also in diesem Sinne: Bleibt euch selbst treu. Peace out.

Wo lebt das Internet?

Lauer Sommernachmittag im Park oder am See? Dann nehmt doch die neusten beiden Breitbandfolgen mit auf das MP3 fähige Endgerät. Breitband bietet nämlich ein Feature in zwei Teilen für den Sommer und der Report will unbedingt wissen, wo das Internet lebt. Tolle Dokumentation mit guten Schnitten und Interviews von allen möglichen Personen, die mit der Infrastruktur des Internets zu tun haben.

Wo lebt das Internet? Folge 1

Bleibt Entdecker der unendlichen Weiten. Zapp.