Berlin and back

Gerade aus dem antizyklischen Jetlag-Schlaf erwacht, berichte ich dem Internet heute von meinem Kurztrip nach Berlin (und Hamburg). Ich war dort wegen Resturlaub und Jobwechsel für nur eine kurze Woche, habe aber maßlos und zu jeder unpassenden Gelegenheit maximal viel Käse konsumiert. Ich hoffe so ein Reservefressen wird nach dem neuen EU-Japan Freihandelsabkommen ab nächstem Jahr endlich unnötig.

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Wie war es? Hamburg ist schick wie immer. Zwischen Blue Jeans Kaufleuten im Sakko und Retro-Flohmarkt Punkimitaten war wieder alles zu bestaunen. Die Stimmung ausgelassen liberal und trocken zynisch Norddeutsch lud ein zu vielen Aperol Spritz am Elbstrand oder in der Speicherstadt. Außerm auf dem Kiez ist Hamburg einfach mega angenehm, gut gemischt und realistisch modern. Spieß kam nur selten auf. Zum Leben kann ich es sehr empfehlen.

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Berlin dagegen war wie immer arrangiert schmuddelig und renoviert prächtig. Die Stadt hat selbst bei gutem Wetter immer was von Dauerurlaub und Menschenleere. Modisch fielen mir die vielen süßen Girls mit französischem Make-up, trendigen englischen Metallbrillen und modernen eckigen oder leicht blau-grün gefärbten Haarstilen aus Kalifornien auf. Dazu kamen oft super schicke japanisch oder Jil Sander designte Mäntel und eine positive Einstellung.

Die Männer dagegen sind in Berlin ja immer ein Thema von Debatte. Viel zu lange und viel zu gut eingefettete Waldscharatbärte trägt man wie der Immobilienmarker seine Rolex. Natürlich völlig unfunktional, außer Mann möchte seine Männlichkeit auch hinter iPhone Xs Max und Hafermilch-Cappocchino zum Ausdruck bringen oder hat ein Not-so-Instagramable Hals-Kinn Garnitur. Modischer T-Shirt-FitnessFirst Look mit Tattoo Option ist immer unfertig und gerade mal aus dem Bett geschafft. Ich petitioniere für mehr hanseatischer Designermode bei den Herren. Und vor allem weniger Sporty Black.

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Berghain ist immer noch ein Thema, außer dass sich jetzt das Ausland wirklich nicht mehr dafür interessiert. Ich war aber erstaunt, dass sich fast keine Läden, Kneipen oder Bars verändert hatten. Außer neue und noch teurere Yoga Studios gab es nix zu entdecken. Weil ich natürlich kein Japanisch essen wollte und einmal Vietnamesisch mir gereicht hat, stellte ich fest, dass moderne deutsche/mitteleuropäische Küche irgendwie schwer zu bekommen war. Aber die Kantine Chipperfield gab mir ein super Kassler und irgendwo in Kreuzberg hatte ich ein tolles Schnitzel.

Gute Bars kann Berlin. Spontane Funde um die Ecke in Neukölln, als auch bekannte stylische Schwulenbars in Mitte  (Saint Jeans und The Coven, geht hin auch mit Freundin), waren alle zu empfehlen, lässig und auch witzig zum Beobachten. Einen neuen Stil in Interieur oder Kneipen-form ließ sich aber nicht erkennen. Aus der Sicht des Dauerschleife-Fastforward Tokyo war das natürlich etwas enttäuschen und provinziell.

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Vor allem hatte Berlin überhaupt keine großen Importe oder Remixe von Trends oder Ideen aus dem Ausland oder irgendwelche neuen Einfälle nach Sperrmüll-Cafe oder Schwarz-zu-Techno. Remix und Wechsel ist in Tokyo Dauerzustand. Nur australischen Flat White (Cappuccino mit leicht anders) gab es jetzt auch in Mitte, aber irgendwie immer plus 50 Cent und anders als die Australier den machen mit mehr Espresso. Und zu meinem Trauma war der auch tragischerweise mit furchtbar latschiger Hafermilch nach der DDR Ersatzproduktetradition, wie lange liegengelassen und aufgewärmte Haselnuss, würgig.

Hinzu kam ich hatte leider auch Vegan. Es scheint die blinde Rechtschaffenheit hier weiter am Zuge und bleibt furchtbar. Wieder so ein Aufblitzen der nicht ausreichenden Ersatzprodukte der DDR. Scheint eine Psychose zu sein. Icecream anyone? Und bitte sprecht mich nicht auf den Prenzlauer Berg an, wie so oft herablassend schon diskutiert. Es ist so spießig, dass einem die Luft zum Atmen wegbleibt. Ich war schockiert. Diese unterschwellig intolerante Herz-Perzi Mentalität und „Ach-wieso?“ Geruchsneutralisierungspray Haltung ist einfach zum Kotzen – mehr sogar im Kontrast zum restlichen Berlin oder Hamburg.

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Im Gropius Bau lief gerade eine Ausstellung über einen Nazi Kunsthändler, „Bestandsaufnahme Gurlitt“. Dies war ja wegen der eher unrechtmäßigen Beschlagnahmung der Werke bei dessen Sohn in München vor ein paar Jahren ein mega Skandal gewesen und hatte zur Folge, dass sich die Bundesregierung jetzt im Kunstexport nationalistische Sonderrechte zum illiberalen Handelsstopp zugewiesen hat und alle ihre guten Dinger in die Schweiz ausgelagert haben. Eigentlich zynisch, weil die Ausstellung die staatlich organisierten Beschlagnahmungen, Enteignungen und Weiterverkäufe zur Devisengenerierung der Nazis kritisierte. Es wurden tolle Werke aus ganz Europa (und Edo-Japan) gezeigt. Die historischen Erläuterungen und die thematische Aufreihung waren fabelhaft. Ein Muss für dich als Geschichts-LK Add-on und jeden anderen Macbook-Intellektuellen mit koreanischer Designer-Hornbrille.

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Deutschland im Sommer ist halt einfach geiler als zu Weihnachten, sorry Glühwein. Und die Ein- und Ausreise über Helsinki war fantastisch. EU-Chippass und innerhalb von 2 Minuten bist du drin, oder draußen. Zack aufs Lesegerät, rein in die Kamerakammer und warten bis du völlig geblendet von der etwas trödeligen Maschine automatisch größenverstellbar Gesichtserkannt durchgelassen wirst. FaceID funktioniert dagegen in Hyperspeed und es macht zwar den Eindruck eines schlecht vertuschten Videocalls in ein Amazon-Turk Callcenter in Indien, aber hej, keine Schlange und gleich weiter.

Ihr könnt euch denken, was ich dann als erstes in Japan gegessen habe:

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Kommt nach Tokyo! Es gibt Sushi. 🍣 🗼🤓

Kyoto

Kyoto ist hip, grün und touristisch. Obwohl die Stadt um einiges kleiner ist als Tokyo hat sie eine vielfältige Ansammlung von hippen Bücherei-Cafes oder den neueren Single Origin (No Seating) Roaster Bars. Alles eine Mischung aus dem roh-Industriellen Melbourne/Berlin Style angedünstet mit Kyoto Holzarchitektur oder Zen Garten Elementen. Viele trendige Bars oder Kneipen sind in neu umgebauten alten Wohnhäusern. So auch zB das Blue Bottle Cafe aus San Francisco. Oder wie eine Offshoot meines eigenen Nachbarschaftscafes, in einem Tempel zur Touristenabfertigung.

Ich habe auch viele Tempelgärten erkundet, weil das mein all-sommerliches Mini-Hobby ist. Die nicht super top bekannten Tempel mit unglaublichen Gärten reizen mit wenigen als Geisha oder Samurai Boys verkleideten asiatischen Touristen und einem Mangel an Stativ-Selfie Sets. Also Ruhe um das Froschkonzert im perfekt angelegten, aber so natürlich zufällig aussehenden Innenhofgarten zu genießen.

Ich hinterlasse meine Bildersammlung leicht unsortiert und nur annähernd kommentiert, sodass der Deutschlehrer in euch endlich wieder Freiraum für Interpretation erleben kann.

Bambuswald in Arashiyama mit verkleideten Touristen

Nishiki Einkaufsstraße morgens ohne Touristen

Weekenders Coffee Shop hinterm Parkplatz Coffee Roastery Bar ohne Sitze mit mini Zen-Garten im Zentrum

Brücke in Arashiyama gerade außerhalb der Stadt mit tausenden verkleideter Touristen

Arabica Cafe in Arashiyama ohne Sitze mit langer Schlange und mega trendy

Fluss in Kyoto

Starbucks mit Verkleideten

Blick von Higashiyama auf Pagode

Arabica Cafe Higashiyama bei Regen mit Sitzplätzen

Auf dem Philosophen Weg

Am Philosophen Weg

Entokuin Tempel mit Gärten, alle nächsten Bilder

Nanzenji Tempel mit Steingärten, alle nächsten Bilder

Blue Bottle Cafe aus San Francisco in altem Townhouse in Kyoto, alle nächsten Bilder

Sommerliches Abhängen am Fluss

Sushi aber eingelegt und nicht roh. Das Meer ist nicht nah von Kyoto

Kyoto Station

Shinkansen bei der Einfahrt

Kyoto lohnt sich. Auch ohne die gängigen Reiseführer. Aber Tokyo hat einfach noch mehr Trends, Cafes, Gärten, Museen und Essen.

Kommt her und verkleidet euch auch. 👏🍵👘

Kaiser Garten in Kyoto

Gerade bin ich in Kyoto zwischen Hitzefrei und Sommerregen. Und clever wie ich bin habe ich mich bei einer geschlossenen Führung durch den kaiserlichen Garten des Sento Palasts weit im Voraus angemeldet

Die Kaiserliche Haushaltsagentur möchte nämlich alle Besucher vorher online registriert haben, um dann angeblich per Losverfahren auszuwählen. Der Auswahlprozess dauerte 30 Sekunden und schon war ich offiziell einen Monat vor Anreise für die Gartentour per E-Mail zugelassen. Wohl das einzige Los im virtuellen Loskasten.

Aber dort angekommen musste ich mich nur zweimal ausweisen und nur einmal einen hypnotisch einschläfernden Farbfilm über die kommende Tour auf Japanisch ansehen, um mich dann mit ca. 40 Renterehepaaren ins akribisch angelegte Grün zu Scheißen.

Die Führerin war komplett in Schwarz gekleidet plus schwarzem Sonnenschirm und wäre wohl so ohne Probleme in jeden Berliner Club in die VIP Lounge gekommen. Sie wollte wohl nicht von den prächtigen Gartenanlagen ablenken.

Eine Stunde dauerte mein neues Hobby Glück und mein Kamerachip im iPhone war natürlich unter Dauerlastbetrieb. Die Fotos gleich unten. Sehen ist besser als schreiben.

Klickt auf das Panorama für die Vollansicht.

Dort übernachten wohl auch berühmte Staatsgäste. Deshalb habe man das Holzgebäude extra für Ausländer innen umgebaut, damit die ehrenvollen Ausländer dort auch wie gewohnt nicht auf dem Boden pennen müssen. So klärte uns die schwarz gekleidete Dame voller Nachdruck auf.

Genießt den Sommer! ☀️🍹🏝

Frühling in Fotos

Blüten im Nezu Museum Park. Dazu sieht man drinnen das passende Paravent Gemälde.

Teezeremonie für 7€.

Nochmal Blüten im See.

Junk Food Classics aus Nagoya

Ein neues Einkaufszentrum in Ginza.

The Two Towers of Tokyo

Trio from Umami Burger. Eine trendige Burger Kette aus LA mit japanischer Umami Überdosis.

New York Rückblick

Jetzt sitze ich mit Grünem Tee wieder in Tokyo, schau dem Skytree entgegen und genieße die Sonne in meinem Apartment. Die Regentage in New York liegen hinter mir, aber ich wollte euch noch meine Eindrücke und Reflexionen übermitteln.

Im grauen Wetter steht noch am letzten Tag der gelbe Käfig von Ai Wei Wei am unteren Ende des Central Parks. Etwas verlassen und unbeachtet überlappt das Gelb sich mit den im Regen fahrenden Taxis. Immigration ist wohl sein Thema. Grenzen. Es ist eine interessante Installation so alleine nur mit mir, der Reisende. Besser als viele von ihm. Fast banal und unbemerkt schleicht es sich in den Alltag.

Banal und unbemerkt habe ich mich dann auch geschlichen. In den Apple Store natürlich. Ich wollte den HomePod ausprobieren. Diesen kleinen Lautsprecher mit Siri Funktion hatten sie am Vortag in die Läden geschickt.

Die hippe Verkäuferin lässt ihn mich ausprobieren. „Hey Siri, play Boys“ sage ich. Das Gerät bestätigt und spielt sofort los. Die Verkäuferin lacht. „Hey Siri, turn up the volume!“ sagt sie. Und sofort ist der riesige Apple Laden voller nasser Touristen und digital überforderter Rentner erfüllt von der Pop-Hymne an süße Männer. Ich lache laut und sie nickt grinsend.

Der Sound umwerfend für die Größe. Die Höhen etwas flach irgendwie. Aber für die Sparschwein Größe durchdringt „I am thinking of Boys“ die laute Geräuschkulisse der Verkaufsgespräche. „Play the 9th Symphony of Beethoven. “ super. Europas Hymne klingt auch gut vom Assistenzgerät. „Play Star Wars“. DümdümdümDöööh! Alle drehen sich jetzt um. Krieg der Sterne auf Volllautstärke. Wir lachen. Ich bedanke mich und gehe. Aus dem Schaufenster winken mir die anderen Verkäufer lachend zu. Ich musste noch den ganzen Nachmittag grinsen über diese kleine Geste der Verkäufern mit dem Hit der Schwulen Jungs. Herrlich.

Mein nächster Stop war das MoMA um die Ecke und mit Boys auf dem Lippen ließ Google Maps mich sogar am Trump Tower vorbeimarschieren. Es regnet.

Das MoMA ist einfach zu witzig. Ich habe erstmal für eine DarkRoom Installation Performance 4üMinuten angestanden. Aus Kuba. Über Unterdrückung und Romantisierung. Die Performer waren natürlich nackt. Dazu Staatsfernsehen und Zuckerrohr am Boden. War sofort wegzensiert worden im Ursprungsland. In Berlin wäre das dagegen ein ganz normaler Sonntag morgen.

Dann in der permanenten Ausstellung super Stücke, klar. Ein Raum nur Gerhard Richter. Und ich konnte es mir nicht nehmen lassen den anderen deutschen Touristen kurz von hinten ins Ohr flüsternd klar zu machen, dass der auch ihre Moderne repräsentiert. Kölner Dom, People.

Als Mittag gabs Lachsbrötchen mit Avocado. Die Bedienungen hatten alle Oberarme und Nacken vom Discount-Gym. Vorhersehbar unverschämt teuer.

Dann war der Tag auch fast rum. Noch ein Wiedersehen mit einem alten Mitbewohner in einer Kneipe wie in Kreuzberg. Statt Döner eben Burrito. Gin and Tonic, Same Same.

Den letzten halben Tag verbrachte ich zu Fuß im Trend und Gay Viertel Hell’s Kitchen. Das Green Curry im Thailädchen war hot. Die Jungs auf der Straße auch. Nur etwas verschlafen schien die Kreativszene um 12 mittags noch zu sein.

Beim Hipster Hangout im Bäckereicafe einer mexikanisch-amerikanischen Mutti schloss ich mich dann auch der Romane scheinenden Horde MacBook Priester mit gefärbten Haaren an. Alle ganz süß und individuell, oft als Pärchen. Frau Frau. Mann Mann. Fabelhaft.

Kurzzusammenfassung: Amerika gehts gut. Die Leute küssen sich auch weiterhin auf der Straße und Apple bezaubert weiter alle. Nur der Kaffee könnte etwas weniger sauer sein. Das Ding bis zum Ende durch rösten würde helfen.

Bussi bussi links rechts. 💋

Vom Hochbahn Park aus zur Emanzipation

Heute morgen bin ich nach einer Schlacht um billiges Toastbrot am Frühstücksbüffett mit wanna-be Models in Pauschalreisegruppen gleich raus und rein ins Grau der Wolken zum High Lane Park. Das ist eine ehemalige industrielle Hochbahn, die in einen Park umgewandelt wurde. Vorbild natürlich Paris.

Die Ausblicke, Kunstwerke und Hipster Kaffee sind fabelhaft. Es ist wie eine Museumstour durch die industrielle Vergangenheit der Chelsea Gegend. Aber seht selbst:

Der Park endet im trendigen Meatpacking District. Alles ist eher so wie in Berlin Mitte. Neue Luxuswohnungen und Industrial Architektur. Baustellen überall. Aber dort ist auch das neu gebaute Whitney Museum.

Ich war dort angekommen mit der Vorstellung die Sammlung schien nicht so spannend zu sein, wurde dann aber von großartig kuratierten Themen überrascht. Besonders hat mir die Ausstellung „An incomplete History of Protest“ gefallen. Sie zeigt von Bürgerrechtsbewegungen über Aids-Krise bis hin zu Polizeigewalt viele historische und aktuelle Protestthemen durch berühmte oder aufstrebende Künstler der Zeit bis heute.

Was mir dabei wieder auffiel warne die starken Emotionen der Afro-Amerikaner bei besonders zwei Kunstwerken. Eine tief von unten hochkatapultierte Trauer und Empörung.

Das erste war eine scheinbar kitschige Ansammlung von Sporttrophäen. Doch dann wird einem klar, dass jede Trophäe für einen durch die Polizei getöteten Afro Amerikaner in New York steht. Sofort wird das glänzende Gold in der Masse erdrückend.

Nebenan saßen zwei afro amerikanische Studentinnen auf dem Boden vor einer Leinwand, die Szene aus der Bürgerrechtsbewegung von schwarz-weiß TV Zeiten bis heute mit PopArt mischte. Ihre innere Wut und Unruhe war wie eine zitternde Anspannung für mich im Raum ausgebreitet. Es scheint mir, dass diese Debatte und Aufarbeitung gerade erst anfängt und wie bei einer Mageninfektion in Wellen wie Erbrochenes unkontrolliert hervorstößt. Es erzeugt einen starken Sog von Mitgefühl.

Ich habe keine Fotos von den Kunstwerken gemacht, denn sie wirken nur in der Interaktion mit den Mit-Besuchern. Aber einige Eindrücke aus dem Museum gibt es doch – vor allem wieder mit Skyline View.

Danach konnte ich Fashion Girls beim Warten auf den Einlass zu irgendeinem Catwalk vom Italiener aus beobachten und mich etwas entspannen von den starken Eindrücken vorher. Es ist Fashion Week im Regen.

Aber ich war noch an einem anderen wichtigen Punkt für Protest. Dem Stonewall Inn auf der Christopher Street. Hier finden die LGBT Protest ja in den 60ern an und in ganz Europa feiern wir bis heute deshalb den Christopher Street Day, wie ihr ja wisst. Heute ist es ein Nagelstudio einer Kette in einem völlig eingeschlafenen Yuppie Stadtteil – die Neueröffnung der Bar ist gleich nebenan.

Irgendwie ist es aber beruhigen, dass die gleichen spießigen Nuklearfamilien, die damals weder sexuelle Minderheiten noch dann Aids wahrnehmen wollten, heute mit Designer Babywagen die gleichen Cafés vollstopfen, wie die Schwulen Jungs in engen Casual-Sportswear Marken oder in den gleichen Lädchen Indie-Magazine kaufen wie die grauen gut situieren Double-Income-No-Kids Herren mit GQ-Covermodel Silberbart. Und es wird ein paar Blocks weiter auch etwas entspannter, trendiger und gefühlt jünger. Google ist ja auch da.

Bleibt vielfältig und immer schön die Nägel pflegen 🦄💅🌈

Photos from the States

Heute bin ich in New York angekommen. Es ist kalt, dreckig und alle sind irgendwie stressig. Für gutes Essen muss man ewig anstehen. Verglichen mit smarten Typen in DC sind hier die Jungs irgendwie ruff und haarig, wie in Berlin, obwohl alles sonst eher zwischen Paris und London schwingt.

Ich war heute im Guggenheim Museum. Das wollte ich seit Jahren besuchen. Die Architektur war großartig, wenn auch viel kleiner als ich dachte. Es steht einfach so zwischen Hochhauswohnungen. Die Ausstellungen waren leider langweilig. Aber das Auf- und dann wieder Absteigen in der Rotunde ist toll. Super um den Hipster Girls in Designer-Streetwear aus London beim Jungs abchecken zu zuschauen. Und teuer.

Des Weiteren zum Essen: ich habe mittags meist Sandwiches gegessen. Die sind oft nicht schlecht – aber nicht großartig – und halten es mit Zuckerzusatz und Weißmehlüberdosis in Grenzen. Koreanisch und Chinesisch gab es jetzt schon mehrmals. Und oft abends Steak. Riesige Steaks natürlich. Aber gut. Im Vergleich mit Tokyo ist Essen gehen hier mittags und abends ca. 5-10 Euro teurer. Die Qualität ist natürlich in Tokyo besser.

Das letze Foto war das bedauerliche zweite Essen im JAL Flieger. Die haben dieses unangenehme Hobby den Gästen beim zweiten Essen immer irgendein Japanisches Fastfood zu präsentieren. Hier Soup Stock Tokyo, eine Suppenkette. Wie Kotze.

Und hier noch ein paar wilde andere Bilder bis heute.

Philadelphia aus dem Schnellzug

DC Cafe

Visible im Hirshhorn Museum

Yayoi Kusama Kürbis vorm Hirshhorn Museum.

Ich war auch in der Neuen Galerie. Ein Kunstmuseum mit Wiener Café von Deutschland und Österreich zusammen. Sehr Biedermeier war dort leider nur die berühmten Klint Bilder mit der Frau in Gold ansehbar. Eines der ersten Nazi Raubkunst Provenienz-Fälle nach dem Krieg. Alles andere war zu. Wieso dort kein Bauhaus oder Gerhard Richter rumhängen, keine Pina Bausch oder Paul Kalkbrenner gezeigt werden verstehe ich nicht. Döner, Currywurst, Club Mate und Redbull Vodka könnten die auch mal servieren – und nicht nur ausgelatschten Milchkaffee. Boring Germany, lame Austria. Future forward please.

Grüße an die fantastischen Einhörner in euch. Gute Nacht.