Foto-Grüße zum Herbst

Auf den obigen Bilder seht ihr mal wieder meinen liebsten Park in Tokyo: Den Park des Nezu Museums in Aoyama. Es ist noch nicht ganz Herbst. Aber der Künstler hat schon die ersten Striche aufs Papier gesetzt. Klickt auf die Bilder für Vollbild.

3331 Arts Chiyoda. Eine alte Schuhle wird zum Gallerien, Eventräumen und Startup Spaces. Was wohl die schlafende Roboterarmee der Peppers im Schilde führt…

Grüße zum Herbst.

Reise mit Garten

Ich war in China, der Kaiser war leider gerade unpässlich. Aber dafür konnte ich zwei der Weltkulturerbe Gärten von Suzhou entdecken. 

Der eine „Garten des Meisters der Netze“ war klein und leider sehr in schlechtem Zustand, und obwohl es eine der wenigen UNESCO Stätten in ganz China ist. Man durchquert ummauerte kleine Szenen nach Szenen und endet irgendwann wieder beim Anfang. 

Hier die Fotos vom ersten Garten:


Dann war da noch der zweite Garten „Der Garten des demütigen Verwalters“. Dieser ist der größte wohl und auch in einem viel besseren Zustand. Außerdem war er völlig überrant von übermäßig ultratrendigen Oberstufenschülern. Ein Catwalk in London war nix gegen die Kids mit Instagram Sucht wie in Berlin Mitte. Yamamoto und Paul Smith waren quasi auch persönlich vor Ort. 

Genießt lieber die Bilder als mein Gelaber:


Und jetzt noch etwas Essen für das Rundumbildungsprogramm. Wirkliche Inhalte werden hier sonst nicht vermittelt. 

Die Internetzensur war wirklich nervig. Aber nicht wirklich effektiv. Und obwohl ich mit einer ganzen Batterie an VPN Tunneldiensten die Firewall durchbrechen konnte, rissen deren Verbindungen dauernd ab oder wurden dann blockiert. Das Netz war zudem mobil und im Wifi immer lahm wie eine Alpaca-Patroullie. 

Aber zur Entspannung noch ein Foto von Live-Musik im Hotel. Die Videofunktion in dem Blog war mir zu teuer. Also Phantasie bei der Melodie bitte. 


Zugfahren ist total unpraktisch und es wird sich mehr angestellt und mehr geröntgt als in Heathrow. Mega anstrengend. Dafür gibt es ICEs und Shinkansen an einem Gleis und auch einen Transrapid.

Das war die Reise nach Suzhou und ein paar Stunden Shanghai. . 

Bye  👋 

Tadao Ando Huldigungsübungen

Das National Art Center Tokyo hat gerade eine Ausstellung über den sehr bekannten, aber etwas in die Jahre gekommenen japanischen Architekten Tadao Ando. 

Er ist bekannt für Bentonbauten, die stark mit dem einfallenden Licht spielen. Hier mein Foto von der extra für die Ausstellung nachgebauten Kirche mit einer Kreuz Öffnung am Raumende für die richtige „Erleuchtung“ des Saals. 

Menschen spielen bei dem anscheinend sehr autokratischen Architekten keine Rolle. Seine Sichtbetonbauten sind chaotisch, schlecht gelayoutet und total unpraktisch. 

Das einzige was ihm wichtig ist, ist das Licht. Damit werden Tempel und Sakralbauten jeder Art ausgegossen, ob Kieche, Buddha, Museum oder Villa. Immer nur der erschlagende Eindruck zählt. Keine Funktion oder – außer das Licht – keine spannenden Elemente. 

Mit Bauhaus hat das nichts hu tun. Seine religiös an gepilgerten Fans aber schienen begeistert. 

Kauft bicht jeden scheiß. Ich brauche jetzt einen funktionslosen Hipster-Kaffee. 

Wabi-Sabi-ism, the essence of Minimalism

Japan has this very distinct term called Wabi-Sabi or 侘び寂び, which does not easily translate into German or English. 

Jisho.org defines it as follows: 

aesthetic sense in Japanese art emphasising quiet simplicity and subdued refinement​

Simplicity and refinement. Sounds familiar? Maybe it is. I, for one, have blogged about it’s marks on Japan and the world countless times. It can be in garden design, food preperations, architecture, tea bowls, modern furniture or even digital gadgets. 

First though I recommemd you to understand the historical development of the term. As outlined very well by the blog Tofugu, Wabi-Sabi was distilled by the higher classes in Japan especially during the Edo times of nearly full national isolationism. And it evolved to becoming the go-to adjective when describing most tourist attractions in Japan. 

At the end of the text the author cites a professor from the University of London:

[It is] very close to minimalism nowadays, but it’s minimalism with a conscious choice.

And that should sound familiar. Ever heard of Bauhaus? Or Form Follows Function? Functional simplicity through refinement and design improvements? Or even simple sustainable design?

The british Designer Jasper Morrison brought this point to me in an interview he had with the NZZ this spring. 

He is one of the big names behind Muji’s great array of houshold goods. And Muji is the perfect example of modern Wabi-Sabi or as you might think Bauhaus Design. 

Morrison calls objects that follow such a design „supernormal“ and discribes their simplicity like this:

 […] Dinge, die supernormal sind, sind nicht einfach nur alltäglich und gut, sondern bleiben über eine lange Zeit funktional und richtig. 

[…] Things that are supernormal are not just commonplace and good, but they remain functional and right for a long time. 

My entrie flat is furnished with them. Simple, great materials, completely functional and giving you a sense of undistracted self, when you sit in it. No pattern that distracts or kitsch that you have to endure. No unneeded hooks or buttons. Just right and simple. Like Bauhaus wants to be. 

But most people who visit it mistake me for some kind of religious minimalist. An extreme form of Zen that needs to be admired like a marathon runner or ascetic monk. However from the perspective of modern Wabi-Sabi or Morrison choosing things that last amd simply fullfil their intended function over the ages, is a logical and frugal solution and leads to improved design, rather than a religion for its own sake. Simplicity amd Refinement. 

Wabi-Sabi also includes the acceptance and design for wear and tear. Like in a perfectly functionally planned moss areangment on a tea house’s roof (Function is to make you feel in wild nature) or a imperfect glazing on a tea cup. The intention is to point to the imperfection and relish in it.  Modern design does this as well with ideas like planned ageing of concrete or the used leather of your iPhone case. 

Simplicity that lasts, accounts for the wear as a form of beauty because its function remains relevant. Let’s see how my Muji showroom apartment does over the years then. 

Get more design in your live. 👯‍♂️📱

Yokohama Art Triennale

Heute habe ich die Art Triennale in Yokohama besucht. Moderne Kunst in drei Locations. Lange Anreise. 


Alle drei Jahre findet sie statt, diese Triennale. Yokohama bildet mit Tokyo die größte Stadt der Welt. Aber ich bin nie dort, trotz Hafen. Heute war ich da. Es war voll. 


Der Eingang der Hauptschau im Yokohama Art Museum war von Ai WeiWei dominiert. Er hängte Schlauchboote an die Außenwand und Schwimmwesten an die Säulen, um auf diese zu einfache Art auf ein weltweit bekanntes Problem auf banale Weise noch einmal aufmerksam zu machen. 

Es ist ein tragisches Thema. Aber ich fand seine Installation für eine Schau in Japan total unpassend und unkreativ. Warum spricht er nicht über Themen, die Japan oder die Gegen oder China bewegen? Immerhin ist Japan der liberale Gegenspieler zu China, was er sonst so gerne medial wirksam kritisiert. Ist er schon so zu einem europäischen Kunstprodukt verkommen, dass ihm interessante Ideen oder wichtige Themen abhanden gekommen sind. Das stelle ich fest. 

Innen zeigt er noch seine alt bekannten Krebse mit der Synonym Andeutung und vielen Leuten, die davon wie vorgeplant Instagramausnahmen machen (ich von den Leuten dann). Vielleicht sind sie die die Kunst. Naiv. Namensgläubig. Instrumentalisiert. Nein. Es war flach ohne solche Interaktionselemente oder Reflextion. 

Das zweite Übel war, dass einen die Ausstellung zwang sein Smartphone zu benutzen. Pech wer keins hat. App musste installiert werden für Audio Guide. Tracking (auch Indoor über Bluetooth) musste angeschaltet sein, damit man automatisch informiert wird wenn man vor einem Audio Guide Kunstwerk steht. Funkionierte natürlich so 30% der Fälle. Anstrengend, denn: Nummern an den Kunstwerken gab es keine. Herkunftsländer und Texterklärungen auch nur im Heft oder in der  Zwangs-App. Scheiße! 

Meine Batterie zuckelte der Entladung mit jedem Raum durch volle Sensorenaktivierung näher. Bescheuert. Und ich musste mich mit den uninformierten Museumswächtetn streiten, weil ich mich weigerte deren 100¥ unmoralische, unökologische Wegwerf-Kopfhörer zu kaufen, um diskret ihrem behämmerten Audioguide auf meinem (!) Telefon zu folgen. Unverschämte Übergriffigkeit. Lautpsrecher an und alle sind gezwungen mit zu hören. Harmonie können nur chinesische Flusskrebse aus Porzelan. 

Diese App stürzt dann auch noch dauernd ab. Ich richtig schlecht gelaunt. Die geile hype Aktion der coolen new-media Kids war gescheitert. Und es war tragischerweise keine Kunstaktion, sondern nur ein inkompetenter Marketing Gag. Nix war mit Intellektueller Entspannung für mich. 


Weiter zur Kunst. Indonesien und Südostasien sind weiterhin auch hier in. Gut war zB der Teppich mit bunten Design einer Mikroskopanalyse eines Haares von der Couch von Sigmund Freud (ich hoffe Ikea bringt den bald raus). Oder der durch Spiegeltricks endlose U-Bahntunnel an der Wand. Auch witzig eines der endlosen Verbot- und Warnschilder. Man könnte meinen dieses Museum ist ein Hochleistungsreaktor auf Testbetrieb. 

Leider war auch vieles dabei, dass mir nicht gefallen hat. Kitschige, bunte Bären mit Federkleid oder Animefiguren oder abstrakte Bilder im Stil der 80er. Alles lahm und überholt. Keine Bilder, weil Believe me, the worst. 

Also weiter zum Red Brick House, einem Kunstmuseum direkt neben einem identischen Einkaufszentrum in roten Backsteingebäuden der Industrialisierung. Bus war kostenlos. Einkaufszentrum brechend voll, Museeum leer. 

Hier gefiel es mir viel besser. Die Ausstellung war weitaus kleiner, aber die Kunstwerke hatte eine tiefere Aussage oder waren einfach nur witziger. Deutschland schickte einen Deutsch-Polen. Der ließ in Warschau Gewichthebergruppen in Spandexanzügen historische Statuen heben und so auf herrlich komische Weise deren historischen Wert bemessen. Mit Sport-Fernseh Kommentaren des Künstlers. Super. Willi Brandt und US Präsidenten lassen sich anscheinend nicht heben. Schwergewichte. Dagegen sind Kommunisten und Fabelwesen easy zu stemmen. Ich habe viel gelacht. 

Auch toll war ein Raum mit offenen Atlanten auf kleine Tischchen, die zusammen die Karte Europas ergaben, nur dass sie bis auf die Punkte, wo Städte sind, komplett geschwärzt waren. Sternenhimmel Europa. Mit Japan hatte das aber nix zu tun. 

Mein absolutes Lieblignswerk war eine Videoinstallation. Ein Isländer hat dort acht perspektiven eines aristokraten Hauses gleichzeitig aufgebommen. In jedem Bild sitz mindestnes ein Musiker und alle spielen gleichzeitig eine Hymne an die Familie auf verschiedensten Instrumenten. Alle hören sich per Kopfhörer. Alles perfekt inszeniert vom Kamerastart bis zum Ausschalten des letzten Bildes. Die Bildeinstellungen ähneln dänischer Landschafts- und Portrait-Malerei mit den Motiven und dem Lichteinfall. Am Ende versammeln sich langsam alle Musiker in einem Video und gehen zusammen singend gegen den Horizont in eine Marschlandschsft hinter dem Haus. Fabelhaft. 


Es entstand eine unglauveluche Atmosphäre zwischen den Zuschauern in dem dunkeln Raum. Die Architektur des Hauses blieb ein Mysterium, aber die Leute spazierten von einem Video ins nächste. Dabei folgten wir Besucher alle gemeinsam von Projektion zu Projektion und rätselten was als nächstes passiert. Toll! 


Die dritte Lokation war an dunkler Keller mit Zweiter Weltkrieg Thema. Nichts neues. Keine neue Methode oder Idee. Leider. 
Alleine für die Videoinstallation und die bunten Bauklötze mit dem Freud Haar Teppich hat es sich gelohnt. Ich habe wieder gemerkt, wie bescheurr überhypt Ai WeiWei (und zur Zeit auch oft Installationskunst) überall auf der Welt sein kann. 

Ich war auch begeistert, dass jetzt fast überall in Museen Aufnahmen erlaubt sind. 

Traut euch Kunst. Und empört euch über fehlerhaften App-Blödsinn. Aloha, my beauties.

PS hier noch schnell ein paar Instagram-Spiegelungen:

 

Zeitgenössische Kunst aus Südostasien Nummer Zwei

Sky Tree
Seerosen
Democracy. Stamp it and it’s real, Indonesia

Kleine Demonstranten, Thailand
Good Afternoon sagt die Queen, Singapur
Domino im Garten
„I am sorry!“
Lupenfolie als Wand
Gold im Raum
Füße in Wollresten, Thailand
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Wartend in Ueno
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Shibuya, The Room, Downstairs
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Yamanote Grün

Letzte Woche war ich im NACT, keine FKK Party, sondern das National Art Center Tokyo, eines der großen modernen Kunstmuseen der Stadt. Dort habe ich endlich den zweiten Teil der gerade hier laufenden ASEAN Contemporary Art Schau gesehen. Der erst war im Mori Museum und ich war da.

Auch diese Ausstellung ist beeindruckend. Ich fand eine Videoinstallation über die Kolonialgeschichte Singapurs mit zwei sich gegenüberstehenden Videowänden in einem dunkel Raum z.B. sehr beeindruckend. Dort hält ein Kolonialist mit Tropenhut und ein Tiger einen 3D animierten Dialog in Versform, still im leeren Raum schwebend und dabei die gegenseitigen Bildschirmseiten wechselnd. Sehr fesselnd.

Einige der anderen Stücke habe ich euch hier oben eingebettet. Manche Installationen oder Bilder sind traurig, durch Krieg oder Unterdrückung geprägt, aber ich empfand viele andere auch sehr lustig, inspirierend oder einfach schön. Vieles war interaktiv, wie der Raum voller alter Wollreste, in denen eine wertvolle Kette versteckt war, die man finden und mit nach nehmen konnte. Oder den thailändischen Trödelladen, der in der Ausstellung Plastikzeug und getrocknete Snacks verkaufte.

Ich habe viel gelacht beim Gehen durch die Ausstellung und hatte am Ende ein inspiriertes Gefühl, dass Südostasien doch im Geiste weiter ist, als es vielleicht oft scheint, und viel interessante Künstler zu bieten hat. Vielleicht werden die bald das nächste große Ding und lösen endlich Ai Wei Wei als einzigen bekannten gegenwärtigen Vertreter Asiens ab.

Nur für die Untermalung habe ich auch ein paar Stadtfotos von Tokyo eingemischt. Vielleicht bekommt ihr ja so mehr Lust auf eine Reise hier her.

Geht mehr in ungewöhnliche Ausstellungen. 👯‍♂️

PS: Willkommen auf meinem neuen Blog. Wie der Alte, nur woanders und endlich mit Dot-com Domain. Schreibt mir wie ihr ihn findet. Und sagt es weiter. 🤓

PPS: Check these guys out (Spotify embed, yeah):

Instagram Spiegelung: Contemporary Art from Tokyo and South East Asia

Video: Waterfall Digital

Video: Bells ringing

Video: Tokyo Skyline

💛🌏🎨! 👋