Netflix Queer List

Immer noch kalt draußen und der Sommer ist noch auf Pauschalurlaub in dem Australien? Dann Netflix! Heute heize ich eure Lachmuskeln mit meiner queeren Liste Must-Sees auf:

Frankie & Grace

Zwei alte Damen, ein Strandhaus. Die Ehemänner trennen sich um sich gegenseitig zu heiraten und endlich offen schwul zu sein. Die Ladys geschockt und im Sommerhaus zusammen festgesetzt. Die eine kiffende Hippie Künstlerin und die andere Ex-Beauty Unternehmerin mit Martini Sucht. Action. Herrlich.

Queer Eye

Eine Neuauflage in der eine Gruppe schwule Jungs das leben stecken gebliebener Heteros in Georgia und Umgebung renovieren, aufpolieren, über schminken, neu ausstatten und umkrempeln. Zu witzig. Feuerwehrleute, Großfamilie oder Rentner. Hey, es geht um dein Leben. Also mach das Beste draus! Feel good garantiert.

Star Trek Discovery

Eine vorgelagerte Fortsetzung von Star Trek mit viel Action und mehr Drama. Geile Kostüme und vor allem das erste schwule Pärchen im Universum. Mit Kussszene und Zähneputzen. To the next frontier.

Black Pantha (im Kino)

Einfach super. Story, Acting, Kostüme, Action, Musik. Watch it!

Aber vom Couching dann zum Workout für den Poolbody. Its your life, babe. Sommer kommt und das Martini Glas an der Wasserkante will eben mit Haltung geschwungen werden. 🏊‍♂️🏝☀️

Education Reform anyone?

Can a robot [Machine Learning Program] pass a university entrance exam?

Diese Frage beantwortet die japanische Forscherin Noriko Arai eindeutig mit ja. Sie hat es ausprobiert. 

Aber ihre Schlussfolgerung ist Reform des Bildungssystems, denn standartisierte Tests und Anorexie-Lernen sind natürlich automatisierbar. Kreativität, Selbstkenntnis, Kommunikation odet Problemlösung werden damit niemandem beigebracht. Dies sind aber einige der  wichtigen Fähigkeiten im Informationszeitalter. 

Also mehr Waldorfschulen oder mehr Gruppenprojekte und Auslandsaufenthalte? Was denkt ihr? Kommentate sind aktiviert.

Domo Arigato Mister Roboto. 🤖

Yokohama Art Triennale

Heute habe ich die Art Triennale in Yokohama besucht. Moderne Kunst in drei Locations. Lange Anreise. 


Alle drei Jahre findet sie statt, diese Triennale. Yokohama bildet mit Tokyo die größte Stadt der Welt. Aber ich bin nie dort, trotz Hafen. Heute war ich da. Es war voll. 


Der Eingang der Hauptschau im Yokohama Art Museum war von Ai WeiWei dominiert. Er hängte Schlauchboote an die Außenwand und Schwimmwesten an die Säulen, um auf diese zu einfache Art auf ein weltweit bekanntes Problem auf banale Weise noch einmal aufmerksam zu machen. 

Es ist ein tragisches Thema. Aber ich fand seine Installation für eine Schau in Japan total unpassend und unkreativ. Warum spricht er nicht über Themen, die Japan oder die Gegen oder China bewegen? Immerhin ist Japan der liberale Gegenspieler zu China, was er sonst so gerne medial wirksam kritisiert. Ist er schon so zu einem europäischen Kunstprodukt verkommen, dass ihm interessante Ideen oder wichtige Themen abhanden gekommen sind. Das stelle ich fest. 

Innen zeigt er noch seine alt bekannten Krebse mit der Synonym Andeutung und vielen Leuten, die davon wie vorgeplant Instagramausnahmen machen (ich von den Leuten dann). Vielleicht sind sie die die Kunst. Naiv. Namensgläubig. Instrumentalisiert. Nein. Es war flach ohne solche Interaktionselemente oder Reflextion. 

Das zweite Übel war, dass einen die Ausstellung zwang sein Smartphone zu benutzen. Pech wer keins hat. App musste installiert werden für Audio Guide. Tracking (auch Indoor über Bluetooth) musste angeschaltet sein, damit man automatisch informiert wird wenn man vor einem Audio Guide Kunstwerk steht. Funkionierte natürlich so 30% der Fälle. Anstrengend, denn: Nummern an den Kunstwerken gab es keine. Herkunftsländer und Texterklärungen auch nur im Heft oder in der  Zwangs-App. Scheiße! 

Meine Batterie zuckelte der Entladung mit jedem Raum durch volle Sensorenaktivierung näher. Bescheuert. Und ich musste mich mit den uninformierten Museumswächtetn streiten, weil ich mich weigerte deren 100¥ unmoralische, unökologische Wegwerf-Kopfhörer zu kaufen, um diskret ihrem behämmerten Audioguide auf meinem (!) Telefon zu folgen. Unverschämte Übergriffigkeit. Lautpsrecher an und alle sind gezwungen mit zu hören. Harmonie können nur chinesische Flusskrebse aus Porzelan. 

Diese App stürzt dann auch noch dauernd ab. Ich richtig schlecht gelaunt. Die geile hype Aktion der coolen new-media Kids war gescheitert. Und es war tragischerweise keine Kunstaktion, sondern nur ein inkompetenter Marketing Gag. Nix war mit Intellektueller Entspannung für mich. 


Weiter zur Kunst. Indonesien und Südostasien sind weiterhin auch hier in. Gut war zB der Teppich mit bunten Design einer Mikroskopanalyse eines Haares von der Couch von Sigmund Freud (ich hoffe Ikea bringt den bald raus). Oder der durch Spiegeltricks endlose U-Bahntunnel an der Wand. Auch witzig eines der endlosen Verbot- und Warnschilder. Man könnte meinen dieses Museum ist ein Hochleistungsreaktor auf Testbetrieb. 

Leider war auch vieles dabei, dass mir nicht gefallen hat. Kitschige, bunte Bären mit Federkleid oder Animefiguren oder abstrakte Bilder im Stil der 80er. Alles lahm und überholt. Keine Bilder, weil Believe me, the worst. 

Also weiter zum Red Brick House, einem Kunstmuseum direkt neben einem identischen Einkaufszentrum in roten Backsteingebäuden der Industrialisierung. Bus war kostenlos. Einkaufszentrum brechend voll, Museeum leer. 

Hier gefiel es mir viel besser. Die Ausstellung war weitaus kleiner, aber die Kunstwerke hatte eine tiefere Aussage oder waren einfach nur witziger. Deutschland schickte einen Deutsch-Polen. Der ließ in Warschau Gewichthebergruppen in Spandexanzügen historische Statuen heben und so auf herrlich komische Weise deren historischen Wert bemessen. Mit Sport-Fernseh Kommentaren des Künstlers. Super. Willi Brandt und US Präsidenten lassen sich anscheinend nicht heben. Schwergewichte. Dagegen sind Kommunisten und Fabelwesen easy zu stemmen. Ich habe viel gelacht. 

Auch toll war ein Raum mit offenen Atlanten auf kleine Tischchen, die zusammen die Karte Europas ergaben, nur dass sie bis auf die Punkte, wo Städte sind, komplett geschwärzt waren. Sternenhimmel Europa. Mit Japan hatte das aber nix zu tun. 

Mein absolutes Lieblignswerk war eine Videoinstallation. Ein Isländer hat dort acht perspektiven eines aristokraten Hauses gleichzeitig aufgebommen. In jedem Bild sitz mindestnes ein Musiker und alle spielen gleichzeitig eine Hymne an die Familie auf verschiedensten Instrumenten. Alle hören sich per Kopfhörer. Alles perfekt inszeniert vom Kamerastart bis zum Ausschalten des letzten Bildes. Die Bildeinstellungen ähneln dänischer Landschafts- und Portrait-Malerei mit den Motiven und dem Lichteinfall. Am Ende versammeln sich langsam alle Musiker in einem Video und gehen zusammen singend gegen den Horizont in eine Marschlandschsft hinter dem Haus. Fabelhaft. 


Es entstand eine unglauveluche Atmosphäre zwischen den Zuschauern in dem dunkeln Raum. Die Architektur des Hauses blieb ein Mysterium, aber die Leute spazierten von einem Video ins nächste. Dabei folgten wir Besucher alle gemeinsam von Projektion zu Projektion und rätselten was als nächstes passiert. Toll! 


Die dritte Lokation war an dunkler Keller mit Zweiter Weltkrieg Thema. Nichts neues. Keine neue Methode oder Idee. Leider. 
Alleine für die Videoinstallation und die bunten Bauklötze mit dem Freud Haar Teppich hat es sich gelohnt. Ich habe wieder gemerkt, wie bescheurr überhypt Ai WeiWei (und zur Zeit auch oft Installationskunst) überall auf der Welt sein kann. 

Ich war auch begeistert, dass jetzt fast überall in Museen Aufnahmen erlaubt sind. 

Traut euch Kunst. Und empört euch über fehlerhaften App-Blödsinn. Aloha, my beauties.

PS hier noch schnell ein paar Instagram-Spiegelungen:

 

Instagram Spiegelung: Contemporary Art from Tokyo and South East Asia

Video: Waterfall Digital

Video: Bells ringing

Video: Tokyo Skyline

💛🌏🎨! 👋

Dear White People on Netflix

Dear White People Logo
Dear White People Logo

Es ist Golden Week in Japan, eine Aufreihung von Brückentagen und Feiertagen, in der das halbe Land die Fluglinien überbucht, die Pariser Innenstadt überflutet oder Hawaiianische Strände voll stellt. Perfekt also um zu hause in Tokyo zu bleiben und ab zu hipstern.

Netflix hat heute (oder gestern) die neue Serie „Dear White People“ veröffentlicht und ich habe sie also prompt gleich durchgeschaut. Umwerfende Schauspieler, schlagkräftiger Humor, treffender Zeitgeist und vor allem Rassismus und Intoleranz gegenüber Minderheiten (plus ein sagenhaftes Apple Product Placement).

Wie ein guter Freund von mir mal gesagt hat: Wir sind immer alle Rassisten, jederzeit. Wir müssen uns das nur bewusst werden. Dann können wir es überwinden.

Schaut die Serie an (auch wenn es wärmer draußen wird)! Bye, babes

PS: Um von diesem heißen Thema total zusammenhangslos abzulenken (und wegen eines ironischen Apple Product Placements) hier noch ein paar iPhone Fotos aus Tokyo:

Eiskaffe, es wird Sommer
Eiskaffee, es wird Sommer
Tsukemen, Ramen Dekonstruiert
Tsukemen, Ramen Dekonstruiert
Mini Käffchen
Mini Käffchen
Blick auf Akihabara bei Nacht
Blick auf Akihabara bei Nacht
Katerfrühstück mit Fisch
Katerfrühstück mit Fisch
Panorama von Allpress Coffee
Panorama von Allpress Coffee