Philadelphia Jung und Hip

Heute komme ich gleich zweimal. Muss an der Miso-Suppe liegen. Die letzte Stadt auf meiner langen Reise war Philadelphia.

Eigentlich hatte ich keine großen Vorstellungen von der Stadt der Unabhängigkeit. Ich dachte sie wäre lahm und Inlands-touristisch. Kleinstadt an der Autobahn Feeling war für mich geplant.

Doch es kam alles anders. Mein Hotel war ohne mein Zutun im Zentrum des LGBT Viertels gelandet. Boutique Hotel mit Frühstück aufm Zimmer im englischen Stil. Davor Regenbogen Zebrastreifen.

Die Stadt hat mehrere gute Unis anscheinend und so waren fast alle auf den Straßen jung und gut gekleidet. Hübsche Backsteinarchitektur der Stadthäuser und Melbourne Style Cafés oder Fusion Vegetarian Restaurants überall. Ein Traum für den kultivierten Yuppie wie mich. Für Museen hatte ich leider keine Energie- und Zeitreserven.

Mein letztes Dinner habe ich mir dann auch in einem vegetarischen Restaurant für Neue Amerikanische Küche gegönnt. Ich saß an der Bar mit vielen Valentinstag Pärchen. Die Bedienung uninteressiert. Ich bestelle Gemüse Sashimi. Man isst ohne Stäbchen. Ich war überfordert.

Geschmack gut. Zutaten: oft Japanisch. Dann kam Soba geschnipselt mit Blattgemüse in Suppe. Furchtbar. Instant. Danach Fondu. Zu flach. Zu schwacher Käse. Als Desert dann Sorbet Dreifaltigkeit. Irgendwas mit Cranberry (gut), Yuzu (japanische Zitrone) mit Kokos (traumhaft!) und Erbbeere Champagner (Erdbeereis aus der Tiefkühltruhe). Fifty-Fifty ist das Endresultat. Europe plus Japan die Kochrichtung. Aber ich war begeistert von der Experimentierfreude.

Besucht Philly! Eure Diätpläne durchkreuzt sie mit Cheese Steak.

New York Rückblick

Jetzt sitze ich mit Grünem Tee wieder in Tokyo, schau dem Skytree entgegen und genieße die Sonne in meinem Apartment. Die Regentage in New York liegen hinter mir, aber ich wollte euch noch meine Eindrücke und Reflexionen übermitteln.

Im grauen Wetter steht noch am letzten Tag der gelbe Käfig von Ai Wei Wei am unteren Ende des Central Parks. Etwas verlassen und unbeachtet überlappt das Gelb sich mit den im Regen fahrenden Taxis. Immigration ist wohl sein Thema. Grenzen. Es ist eine interessante Installation so alleine nur mit mir, der Reisende. Besser als viele von ihm. Fast banal und unbemerkt schleicht es sich in den Alltag.

Banal und unbemerkt habe ich mich dann auch geschlichen. In den Apple Store natürlich. Ich wollte den HomePod ausprobieren. Diesen kleinen Lautsprecher mit Siri Funktion hatten sie am Vortag in die Läden geschickt.

Die hippe Verkäuferin lässt ihn mich ausprobieren. „Hey Siri, play Boys“ sage ich. Das Gerät bestätigt und spielt sofort los. Die Verkäuferin lacht. „Hey Siri, turn up the volume!“ sagt sie. Und sofort ist der riesige Apple Laden voller nasser Touristen und digital überforderter Rentner erfüllt von der Pop-Hymne an süße Männer. Ich lache laut und sie nickt grinsend.

Der Sound umwerfend für die Größe. Die Höhen etwas flach irgendwie. Aber für die Sparschwein Größe durchdringt „I am thinking of Boys“ die laute Geräuschkulisse der Verkaufsgespräche. „Play the 9th Symphony of Beethoven. “ super. Europas Hymne klingt auch gut vom Assistenzgerät. „Play Star Wars“. DümdümdümDöööh! Alle drehen sich jetzt um. Krieg der Sterne auf Volllautstärke. Wir lachen. Ich bedanke mich und gehe. Aus dem Schaufenster winken mir die anderen Verkäufer lachend zu. Ich musste noch den ganzen Nachmittag grinsen über diese kleine Geste der Verkäufern mit dem Hit der Schwulen Jungs. Herrlich.

Mein nächster Stop war das MoMA um die Ecke und mit Boys auf dem Lippen ließ Google Maps mich sogar am Trump Tower vorbeimarschieren. Es regnet.

Das MoMA ist einfach zu witzig. Ich habe erstmal für eine DarkRoom Installation Performance 4üMinuten angestanden. Aus Kuba. Über Unterdrückung und Romantisierung. Die Performer waren natürlich nackt. Dazu Staatsfernsehen und Zuckerrohr am Boden. War sofort wegzensiert worden im Ursprungsland. In Berlin wäre das dagegen ein ganz normaler Sonntag morgen.

Dann in der permanenten Ausstellung super Stücke, klar. Ein Raum nur Gerhard Richter. Und ich konnte es mir nicht nehmen lassen den anderen deutschen Touristen kurz von hinten ins Ohr flüsternd klar zu machen, dass der auch ihre Moderne repräsentiert. Kölner Dom, People.

Als Mittag gabs Lachsbrötchen mit Avocado. Die Bedienungen hatten alle Oberarme und Nacken vom Discount-Gym. Vorhersehbar unverschämt teuer.

Dann war der Tag auch fast rum. Noch ein Wiedersehen mit einem alten Mitbewohner in einer Kneipe wie in Kreuzberg. Statt Döner eben Burrito. Gin and Tonic, Same Same.

Den letzten halben Tag verbrachte ich zu Fuß im Trend und Gay Viertel Hell’s Kitchen. Das Green Curry im Thailädchen war hot. Die Jungs auf der Straße auch. Nur etwas verschlafen schien die Kreativszene um 12 mittags noch zu sein.

Beim Hipster Hangout im Bäckereicafe einer mexikanisch-amerikanischen Mutti schloss ich mich dann auch der Romane scheinenden Horde MacBook Priester mit gefärbten Haaren an. Alle ganz süß und individuell, oft als Pärchen. Frau Frau. Mann Mann. Fabelhaft.

Kurzzusammenfassung: Amerika gehts gut. Die Leute küssen sich auch weiterhin auf der Straße und Apple bezaubert weiter alle. Nur der Kaffee könnte etwas weniger sauer sein. Das Ding bis zum Ende durch rösten würde helfen.

Bussi bussi links rechts. 💋

Photos from the States

Heute bin ich in New York angekommen. Es ist kalt, dreckig und alle sind irgendwie stressig. Für gutes Essen muss man ewig anstehen. Verglichen mit smarten Typen in DC sind hier die Jungs irgendwie ruff und haarig, wie in Berlin, obwohl alles sonst eher zwischen Paris und London schwingt.

Ich war heute im Guggenheim Museum. Das wollte ich seit Jahren besuchen. Die Architektur war großartig, wenn auch viel kleiner als ich dachte. Es steht einfach so zwischen Hochhauswohnungen. Die Ausstellungen waren leider langweilig. Aber das Auf- und dann wieder Absteigen in der Rotunde ist toll. Super um den Hipster Girls in Designer-Streetwear aus London beim Jungs abchecken zu zuschauen. Und teuer.

Des Weiteren zum Essen: ich habe mittags meist Sandwiches gegessen. Die sind oft nicht schlecht – aber nicht großartig – und halten es mit Zuckerzusatz und Weißmehlüberdosis in Grenzen. Koreanisch und Chinesisch gab es jetzt schon mehrmals. Und oft abends Steak. Riesige Steaks natürlich. Aber gut. Im Vergleich mit Tokyo ist Essen gehen hier mittags und abends ca. 5-10 Euro teurer. Die Qualität ist natürlich in Tokyo besser.

Das letze Foto war das bedauerliche zweite Essen im JAL Flieger. Die haben dieses unangenehme Hobby den Gästen beim zweiten Essen immer irgendein Japanisches Fastfood zu präsentieren. Hier Soup Stock Tokyo, eine Suppenkette. Wie Kotze.

Und hier noch ein paar wilde andere Bilder bis heute.

Philadelphia aus dem Schnellzug

DC Cafe

Visible im Hirshhorn Museum

Yayoi Kusama Kürbis vorm Hirshhorn Museum.

Ich war auch in der Neuen Galerie. Ein Kunstmuseum mit Wiener Café von Deutschland und Österreich zusammen. Sehr Biedermeier war dort leider nur die berühmten Klint Bilder mit der Frau in Gold ansehbar. Eines der ersten Nazi Raubkunst Provenienz-Fälle nach dem Krieg. Alles andere war zu. Wieso dort kein Bauhaus oder Gerhard Richter rumhängen, keine Pina Bausch oder Paul Kalkbrenner gezeigt werden verstehe ich nicht. Döner, Currywurst, Club Mate und Redbull Vodka könnten die auch mal servieren – und nicht nur ausgelatschten Milchkaffee. Boring Germany, lame Austria. Future forward please.

Grüße an die fantastischen Einhörner in euch. Gute Nacht.

Kleine Sommerpause im Winter – Ishigaki

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Zaock, erstmal Strand. Da war ich die ganz letzte Woche. Auf Ishigaki. Das ist eine der weitest westlichen Inseln Japans, neben Taiwan. Dort ist natürlich immer irgendwie Sommer. Letzte Woche waren es im Dezember nach Weihnachten so 21 bis 23 Grad.

Das Wasser um die Inselgruppe herum ist turkis blau und voller Korallen. Einst gehörten sie wie alle Okinawa Inseln zum Ryukyu Reich und wurden später von Japan annektiert. Heute ist es ein Touristen-Traum. Es gibt zwar auch große Hotelprojekte in Ishigaki, aber allgemein ist es eher kleinstädtischer oder dörflich.

Ohne Auto musste ich den 15 Euro 5 Tage Free Pass für die lokalen Buslinien voll ausnutzen und bin so von Strand zu Strand in klapprigen 80er Jahre Gefährten gekrolcht.

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Das war nur mein erster Tag an der Kabira Bay und am Sukuji Strand. Das erste touristisch mit Park und Glasbooten für Korallenbesichtigungen. Der zweite ein völlig leerer Strand 30Min zu Fuß hinter einem Wald. Als ich dor ankam war es etwas düster und die Warnhinweise, nicht zu schwimmen, wegen fiesen tödlichen Quallenattacken, haben mich etwas angegruselt. Also bin ich möglichst schnell in den nahen Hotelkomplex geflüchtet und vom Fenster aus Naturaufnahmen gemacht.

Die Japaner fahren natürlich vorallem wegen des Essens und des berühmten Awamori Shochu Brantweins dort hin. Ihr kennt ja meinen Fetish zu Food-Porn, also hier ein paar Fotos von Gerichten aus der Insel. Ishigaki Rindfleisch ist die Basis für Kobe Rind. Also super von Burger bis Steak. Auch der Hit sind die Okinawa Soba, gelbe Nudeln in Suppe mit schmelzweichem Schweinefleisch. Von denen habe ich etwas overflow, wegen too much. Sonst seht ihr noch Inselgemüse als Tempura. Übrigens Ube und andere Arten von Süßkartoffel Wurzeln sind super als Eis und schwer im Kommen bei den Militanten Genießern.

Außerdem war ich zwei Tage noch auf der neben gelegenen Insel Taketomi. Sie wahr eigentlich mein Hauptgrund für den Besuch. Die Überfahrt mit der Fähre kostet 12€ hin und zurück in 15 Minuten Transrapidgeschwindigkeit.

Dort wird alles kleinligst und etwas kitischig in dem alten Stil einer Samurai Siedlung erhalten. Also nur niedrige Häuser mit roten Dachziegeln und Wasserbüffel Rundfahrten für die Großstädter. Ökologisch darf man als Besucher nur Fahrräder mieten 13 Euro pro Tag ohne Schloss weil ist ja eh ne Insel. Es gibt 5 Taxis auf der Insel und man kann sie wohl in wenigner als einer Stunde umradeln. Für sowas bin ich aber zu faul und einfach nur zum Strand und zum Pier. Wegen Turkis Blaue Endlosigkeit.

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Die länglichen Panoramabilder sind super zum anklicken, reinzoomen und so tun als ob.

Außerdem hatte ich noch das Glück bei dem Besuch eines historischen Samurai Hauses in der Stadt Ishigaki, von dem ehemaligen (Samurai) Besitzer in dessen am Stadtrand gelegenes Restaurant eingeladen zu werden. Das 200 Jahre alte Holzhaus in der Stadt mit kleinem Garten gehört jetzt dem Staat, aber er erklärt es Touristen und bewacht es. In seinem neuen echten Haus hängt die Familienurkunde über die Landverwaltungsrechte. Drei mal gestempel so ca. alle 70 Jahre bis zur Meiji Zeit im 19 Jahrhundert mit Handschriftlicher Erklärung der Rechte. Dazu Ryukyu Musik, eine Mischung aus Hawaii und Japan Filmmusik

Hier die Fotos von dem Essen mit vielen Tofu-Varianten und deutschem Pils und Weißbier gebraut auf der Insel, was mir natürlich prompt aufgequatischt wurde.

Ishigaki hat noch ein paar mehr Strände, aber eigentlich is Kondoi Beach und der Pier auf Taketomi das hübscheste Pärchen und auch logistisch am praktischsten mit vielen Cafés und Lokalen um die Ecke. Und ohne Resorthotel im Nacken.

Hier noch ein paar andere Fotos von dem Trip.

Ich konnte den Flug mit Meilen Zahlen. Aber dank Billigfliegern und Business Hotels ist es gut geplant nicht sehr teuer. Dafür gibt es japanisches Essen und alles ist wie immer gut organisiert.

Ich wünsche euch einen Guten Rutsch!🎆 🏝

PS: hier war kein Filter am Werk. Außer mein iPhone wie es liebt und lebt by itself.

Reise mit Garten

Ich war in China, der Kaiser war leider gerade unpässlich. Aber dafür konnte ich zwei der Weltkulturerbe Gärten von Suzhou entdecken. 

Der eine „Garten des Meisters der Netze“ war klein und leider sehr in schlechtem Zustand, und obwohl es eine der wenigen UNESCO Stätten in ganz China ist. Man durchquert ummauerte kleine Szenen nach Szenen und endet irgendwann wieder beim Anfang. 

Hier die Fotos vom ersten Garten:


Dann war da noch der zweite Garten „Der Garten des demütigen Verwalters“. Dieser ist der größte wohl und auch in einem viel besseren Zustand. Außerdem war er völlig überrant von übermäßig ultratrendigen Oberstufenschülern. Ein Catwalk in London war nix gegen die Kids mit Instagram Sucht wie in Berlin Mitte. Yamamoto und Paul Smith waren quasi auch persönlich vor Ort. 

Genießt lieber die Bilder als mein Gelaber:


Und jetzt noch etwas Essen für das Rundumbildungsprogramm. Wirkliche Inhalte werden hier sonst nicht vermittelt. 

Die Internetzensur war wirklich nervig. Aber nicht wirklich effektiv. Und obwohl ich mit einer ganzen Batterie an VPN Tunneldiensten die Firewall durchbrechen konnte, rissen deren Verbindungen dauernd ab oder wurden dann blockiert. Das Netz war zudem mobil und im Wifi immer lahm wie eine Alpaca-Patroullie. 

Aber zur Entspannung noch ein Foto von Live-Musik im Hotel. Die Videofunktion in dem Blog war mir zu teuer. Also Phantasie bei der Melodie bitte. 


Zugfahren ist total unpraktisch und es wird sich mehr angestellt und mehr geröntgt als in Heathrow. Mega anstrengend. Dafür gibt es ICEs und Shinkansen an einem Gleis und auch einen Transrapid.

Das war die Reise nach Suzhou und ein paar Stunden Shanghai. . 

Bye  👋 

Reise zur Villa des Kaisers am Strand

Der Kaiser von Japan hat eine Villa am Strand. Und das ist jetzt keine Gutenacht Geschichte. Der Strand heißt Isshiki bei Hayama und liegt so 1,5 Stunden von Tokyo entfernt. Also perfekt für einen entspannten Tagesausflug zum Strand direkt vom indurtial Scandinavian Hipster Café . 

Das Beste ist, dass die ganzen romantischen Pärchen auf Weekend Dates völlig verliebt eine Station vorher für den  Touristenstrand die Bahn verlassen. Geheimtipp für die Trendszene Tokyos also. 

In der Kleinstadt vor dem Strand gibt es eine kleine Einkaufstraße. Leider hat irgendwer vergessen sie nsch den 80er Jahren in die Gegenwart mit zu nehmen. Kimonoläden und teure Mode, die nur reiche Omis noch schön finden. Dafür einen Tofu Laden. Der hat ein Mittagsmenü mit einem Set Lunch mit allem aus Tofu. Foto:


Ja hier ist alles Tofu. Außer der Reis natürlich. Kleiner Proteinschock vor dem Meer. Aber psst: vegetarosch ist in Japan fast nix. Der Fond für die Gerichte (Die Suppe für die Soßen, Dashi) ist imme aus Fisch. 

Das Meer ist dann traumhaft. Die Villa des Kaisers am Strand mit gelangweilten Polizisten im Wärterhaus hinter uns schauten wir über die Wellen gegenüber auf den Berg Fuji. Sagenhaft. Der Berg ist hinten links hinter Wolken.  

Klickt auf das Panorama für ein großes Bild. 


Bekannt für die Sonnenuntergänge blieben wir am Strand und ließen uns von den etwas zu gechillten und völlig besoffenen Strandboys zuquatschen – sie müssten nämlich ihr Englisch trainieren. Alkohol ist der beste Lehrer. 

Leider ist der alte Berg ein Süchterner. Da hilft auch kein Bierchen. 

Jetzt wisst ihr wieso der Kaiser hier seine Villa hat. Eine Moral von der Geschicht gibt es nicht. Aber dafür ein Foto von einem bunten Milchshake:


Und wenn ihr immer noch nicht überzeugt seid, dass mich die Tourismusbehörde Japans mit Sashimi besticht, hier noch ein Bild von dem Omikoshi Schreinumzug aus meiner Nachbarschsft, die mich nach der Arbeit fast überrannt hätten: 

Viel Spaß bei der Bundestagswahl! Ich habe per WahlSwiper, Wahl-o-mat und Zeitungstexten die Briefwahl schon lange hinter mir. 🕺🌴

Budapest in der Gegenwart

Ich war beruflich in Budapest. Bin bin nur ein paar mal in anderen Ecken Osteuropas gewesen bis heute. Deshalb war ich gespannt, vor allem aber auch wegen der rückwärtigen politischen Situation in Ungarn. Ich kenne ungarische Musik und Kunst aus den wilden Vorkriegsjahren und die Porno-Freizügigkeit Homosexueller nach der Wende dort. Was war geblieben?

Leider nicht viel. Budapest scheint ein art Touristenziel für eine art Machoide Münchner Schickeria Yuppie-New-semi-rich Mittel Klasse  Schicht mit Solariumhaut, Macfit-Oberarmmuskeln und anrasierten Asymetrie-Friesuren zu sein. Keine Kontroverse. Nur Hedonismus wie die 90er Loveparade, aber jetzt mit Instagram und Sagway. So meine erste oberflächliche Analyse.

Auf der anderen Seite hat Budapest auch fantastisch billige hohe Küche zu bieten und ist mit modernster Innenarchitektur und Stil bei dem zeitgenössischen Asia-Europe-California Fusion Food und der Melbourne-Sweden New Wave Coffee Bewegung vorne dabei. Das schwule Künstlerpärchen aus UK, Gilbert und George, hatten zur Zeit eine Ausstellung im Ludwig Museum (ich konnte sie leider nicht sehen) und alle Welt schaute auf die Retina-Bildschirme, um der Schwimmweltmeisterschaft und vor allem einen weiteren offen homosexuellen Briten, Tom Delay, beim Weltmeister werden zu zusehen.

Die Leute waren freundlich, sprachen oft Englisch, manchmal natürlich Deutsch. Österreich scheint überall die Finger im Spiel zu haben und die 90Jahre Bauelemente an den renovierten Altbauten oder die neugebauten Wohnungen aus der selben Zeit sind vollkommen im selben Stil wie die deutschen Ärztezentren oderVorort- Neubausiedlungen nach der Wende überall in deutschen Städten. Auch deutsche Supermarktketten, Drogerien und Konsumartikel überall.

Ich hatte Glück, denn einer meiner Mitreisenden war schon direkt nach der Wende in Budapest gewesen und hatte sogar die alten Fotos extra auf das iPhone geladen. Da wo früher ein sowjetischer roter Stern prangerte ist heute ein eher langweilig vernachlässigtes Rondell. Die Fassaden  sind alle hervorragend renoviert. Und man sieht nicht mehr die Einheitsautos des Ostblocks, sondern natürlich Skodas und Toyotas dazu Leute in Zara und Luise Vuitton.

Auch die Barszene mit touristischen Wanna-be Anarcho-Bars in alten abgefuckten Lokalitäten ist wie aus Berlin teleportiert, mit samt den Bar-Crawling Tourigruppen. Nur der SM-Techno mit tätowierten Druffie-Typen war für mich nicht zu finden. Dafür super Weine an den Theken.

Ich war auch in einem der touristisch besonders wichtigen barocken Bädern. Verglichen mit Japan war das Wasser lauwarm langweilig und nur der Eingang und der mit Badekappe beschwimmbare Außenpool in toller Architektur wirklich beeindrucken. Zu teuer für den Spaß dafür mit internationalen Schwimmteams beim Entspannen im Blubberwasser.

Und hier die Galerie zum durchklicken 📸:

Ich hatte das Gefühl, dass Budapest dringend Westeuropa sein möchte, dabei aber vergessen hat, warum sich Europa  „Einheit durch Vielfalt“ nennt. Schön war es, aber ich fand Prag und Tallinn interessanter. Warschau und Krakau muss ich noch. Wien ist ja sowieso gerade Most Livable City Nr 2 (Tokyo ist Nr. 1 natürlich 😜). Was sagt ihr?

Reisen bildet. ✈️ Bleibt vielfältig. 🇪🇺