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Rede des Bundespräsidenten vom 3. Juni 2018: „Gedenken an die verfolgten Homosexuellen in der NS-Zeit“

Auch Ihre sexuelle Orientierung, auch Ihre sexuelle Identität stehen selbstverständlich unter dem Schutz unseres Staates. Auch Ihre Würde ist so selbstverständlich unantastbar, wie sie es schon ganz am Anfang hätte sein sollen.

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Tokyo Rainbow Pride 🏳️‍🌈

Die Gay Pride, oder Christoper Street Day, Zeit fängt früh an in Tokyo. Bei 26 Grad im Mai auch kein Wunder.

Das zweitägige Event hat ein Straßenfest am Yoyogi Park, dem Hipster Hangout der Stadt, und eine Parade am Sonntag vom Park über Shibuya und Omotesando eine große Runde durch Modeviertel und Pop-Kultur Zentrale. Very gay eben.

Dieses Jahr war es die größte Parade überhaupt! Japan bewegt sich langsam in LGBT Rechten. Es gab doppelt so viel Gelder durch Sponsoring und auch viel mehr Wagen mit jeweils über 80 Leuten als wuselnde Regenbogen-Bande dahinter.

Ich bin bei der EU mitgelaufen. Weil Deutschland peinlicherweise diskrete Abwesenheit praktizierte, trotz des historischen und neuen Ehe für Alle Gesetzes, bin ich mit EU und UK Flagge kreischend mit-gewuselt. Herrlich.

Es gab auf dem Strassenfest auch einen schwulen buddhistischen Mönch, der Gleichgeschlechtliche Hochzeiten ohne Gesetzeseffekt vollzieht und lautstark seine Sutren verlas. Denn nur einige Stadtteile Tokyos (Shibuya und Setagaya) und ein paar Präfektur-Hauptstädte (Naha, Fukuoka und Sapporo) haben kleine lokale Partnerschaft-Gesetze für Homosexuelle.

Doch die gelten nur in diesen kleinen Gebieten und sind natürlich sehr minimal, da viele wichtige Dinge national or auf Präfektur Ebene entschieden werden. Wir hoffen weiter.

Die Parade war wiedermal großartig.

Liebe hofft weiter. 🏳️‍🌈❤️🧡💛💚💙

Nachtrag (7.5.2018): Der deutsche Botschafter war wohl doch mit auf der Parade und mehrere EU Botschafter standen auf der Bühne. Aber deutsche Flaggen, Flyer oder Fächer gab es keine und auch keinen Stand von Deutschland, obwohl Berlin ja für Gay Tourismus eine der Weltstädte ist.

New York Rückblick

Jetzt sitze ich mit Grünem Tee wieder in Tokyo, schau dem Skytree entgegen und genieße die Sonne in meinem Apartment. Die Regentage in New York liegen hinter mir, aber ich wollte euch noch meine Eindrücke und Reflexionen übermitteln.

Im grauen Wetter steht noch am letzten Tag der gelbe Käfig von Ai Wei Wei am unteren Ende des Central Parks. Etwas verlassen und unbeachtet überlappt das Gelb sich mit den im Regen fahrenden Taxis. Immigration ist wohl sein Thema. Grenzen. Es ist eine interessante Installation so alleine nur mit mir, der Reisende. Besser als viele von ihm. Fast banal und unbemerkt schleicht es sich in den Alltag.

Banal und unbemerkt habe ich mich dann auch geschlichen. In den Apple Store natürlich. Ich wollte den HomePod ausprobieren. Diesen kleinen Lautsprecher mit Siri Funktion hatten sie am Vortag in die Läden geschickt.

Die hippe Verkäuferin lässt ihn mich ausprobieren. „Hey Siri, play Boys“ sage ich. Das Gerät bestätigt und spielt sofort los. Die Verkäuferin lacht. „Hey Siri, turn up the volume!“ sagt sie. Und sofort ist der riesige Apple Laden voller nasser Touristen und digital überforderter Rentner erfüllt von der Pop-Hymne an süße Männer. Ich lache laut und sie nickt grinsend.

Der Sound umwerfend für die Größe. Die Höhen etwas flach irgendwie. Aber für die Sparschwein Größe durchdringt „I am thinking of Boys“ die laute Geräuschkulisse der Verkaufsgespräche. „Play the 9th Symphony of Beethoven. “ super. Europas Hymne klingt auch gut vom Assistenzgerät. „Play Star Wars“. DümdümdümDöööh! Alle drehen sich jetzt um. Krieg der Sterne auf Volllautstärke. Wir lachen. Ich bedanke mich und gehe. Aus dem Schaufenster winken mir die anderen Verkäufer lachend zu. Ich musste noch den ganzen Nachmittag grinsen über diese kleine Geste der Verkäufern mit dem Hit der Schwulen Jungs. Herrlich.

Mein nächster Stop war das MoMA um die Ecke und mit Boys auf dem Lippen ließ Google Maps mich sogar am Trump Tower vorbeimarschieren. Es regnet.

Das MoMA ist einfach zu witzig. Ich habe erstmal für eine DarkRoom Installation Performance 4üMinuten angestanden. Aus Kuba. Über Unterdrückung und Romantisierung. Die Performer waren natürlich nackt. Dazu Staatsfernsehen und Zuckerrohr am Boden. War sofort wegzensiert worden im Ursprungsland. In Berlin wäre das dagegen ein ganz normaler Sonntag morgen.

Dann in der permanenten Ausstellung super Stücke, klar. Ein Raum nur Gerhard Richter. Und ich konnte es mir nicht nehmen lassen den anderen deutschen Touristen kurz von hinten ins Ohr flüsternd klar zu machen, dass der auch ihre Moderne repräsentiert. Kölner Dom, People.

Als Mittag gabs Lachsbrötchen mit Avocado. Die Bedienungen hatten alle Oberarme und Nacken vom Discount-Gym. Vorhersehbar unverschämt teuer.

Dann war der Tag auch fast rum. Noch ein Wiedersehen mit einem alten Mitbewohner in einer Kneipe wie in Kreuzberg. Statt Döner eben Burrito. Gin and Tonic, Same Same.

Den letzten halben Tag verbrachte ich zu Fuß im Trend und Gay Viertel Hell’s Kitchen. Das Green Curry im Thailädchen war hot. Die Jungs auf der Straße auch. Nur etwas verschlafen schien die Kreativszene um 12 mittags noch zu sein.

Beim Hipster Hangout im Bäckereicafe einer mexikanisch-amerikanischen Mutti schloss ich mich dann auch der Romane scheinenden Horde MacBook Priester mit gefärbten Haaren an. Alle ganz süß und individuell, oft als Pärchen. Frau Frau. Mann Mann. Fabelhaft.

Kurzzusammenfassung: Amerika gehts gut. Die Leute küssen sich auch weiterhin auf der Straße und Apple bezaubert weiter alle. Nur der Kaffee könnte etwas weniger sauer sein. Das Ding bis zum Ende durch rösten würde helfen.

Bussi bussi links rechts. 💋

Vom Hochbahn Park aus zur Emanzipation

Heute morgen bin ich nach einer Schlacht um billiges Toastbrot am Frühstücksbüffett mit wanna-be Models in Pauschalreisegruppen gleich raus und rein ins Grau der Wolken zum High Lane Park. Das ist eine ehemalige industrielle Hochbahn, die in einen Park umgewandelt wurde. Vorbild natürlich Paris.

Die Ausblicke, Kunstwerke und Hipster Kaffee sind fabelhaft. Es ist wie eine Museumstour durch die industrielle Vergangenheit der Chelsea Gegend. Aber seht selbst:

Der Park endet im trendigen Meatpacking District. Alles ist eher so wie in Berlin Mitte. Neue Luxuswohnungen und Industrial Architektur. Baustellen überall. Aber dort ist auch das neu gebaute Whitney Museum.

Ich war dort angekommen mit der Vorstellung die Sammlung schien nicht so spannend zu sein, wurde dann aber von großartig kuratierten Themen überrascht. Besonders hat mir die Ausstellung „An incomplete History of Protest“ gefallen. Sie zeigt von Bürgerrechtsbewegungen über Aids-Krise bis hin zu Polizeigewalt viele historische und aktuelle Protestthemen durch berühmte oder aufstrebende Künstler der Zeit bis heute.

Was mir dabei wieder auffiel warne die starken Emotionen der Afro-Amerikaner bei besonders zwei Kunstwerken. Eine tief von unten hochkatapultierte Trauer und Empörung.

Das erste war eine scheinbar kitschige Ansammlung von Sporttrophäen. Doch dann wird einem klar, dass jede Trophäe für einen durch die Polizei getöteten Afro Amerikaner in New York steht. Sofort wird das glänzende Gold in der Masse erdrückend.

Nebenan saßen zwei afro amerikanische Studentinnen auf dem Boden vor einer Leinwand, die Szene aus der Bürgerrechtsbewegung von schwarz-weiß TV Zeiten bis heute mit PopArt mischte. Ihre innere Wut und Unruhe war wie eine zitternde Anspannung für mich im Raum ausgebreitet. Es scheint mir, dass diese Debatte und Aufarbeitung gerade erst anfängt und wie bei einer Mageninfektion in Wellen wie Erbrochenes unkontrolliert hervorstößt. Es erzeugt einen starken Sog von Mitgefühl.

Ich habe keine Fotos von den Kunstwerken gemacht, denn sie wirken nur in der Interaktion mit den Mit-Besuchern. Aber einige Eindrücke aus dem Museum gibt es doch – vor allem wieder mit Skyline View.

Danach konnte ich Fashion Girls beim Warten auf den Einlass zu irgendeinem Catwalk vom Italiener aus beobachten und mich etwas entspannen von den starken Eindrücken vorher. Es ist Fashion Week im Regen.

Aber ich war noch an einem anderen wichtigen Punkt für Protest. Dem Stonewall Inn auf der Christopher Street. Hier finden die LGBT Protest ja in den 60ern an und in ganz Europa feiern wir bis heute deshalb den Christopher Street Day, wie ihr ja wisst. Heute ist es ein Nagelstudio einer Kette in einem völlig eingeschlafenen Yuppie Stadtteil – die Neueröffnung der Bar ist gleich nebenan.

Irgendwie ist es aber beruhigen, dass die gleichen spießigen Nuklearfamilien, die damals weder sexuelle Minderheiten noch dann Aids wahrnehmen wollten, heute mit Designer Babywagen die gleichen Cafés vollstopfen, wie die Schwulen Jungs in engen Casual-Sportswear Marken oder in den gleichen Lädchen Indie-Magazine kaufen wie die grauen gut situieren Double-Income-No-Kids Herren mit GQ-Covermodel Silberbart. Und es wird ein paar Blocks weiter auch etwas entspannter, trendiger und gefühlt jünger. Google ist ja auch da.

Bleibt vielfältig und immer schön die Nägel pflegen 🦄💅🌈

Das Museum für Afro-Amerikanische Geschichte

Auf dem Weg zum Museum für Afro-Amerikanische Geschichte in Washington DC schon versuchte meine Lyft Fahrerin mich zu überzeugen, dass es falsch sei jetzt die Statuen ehemaliger Sklavenhalter und Kriegshelden im Süden des Landes nach Jahrhunderten zu entfernen. Dass diese für einen großen Teil der Amerikanischen Bevölkerung Furcht, Demütigung, Angst und Grauen darstellen; dass gerade erst seid Obama überhaupt Menschen die Kraft und den Mut haben diese Gefühle aus zu drücken; dass sorters ein ganz Prozess eines Liberalen, demokratischen Wandels ist. All dies schien sie nicht zu kennen, nicht sehen zu wollen und nicht hören zu wollen. Wie die drei Affen des Buddhismus: Du sollst nichts Böses sagen, sehen und hören. genau die Affen, die die Japaner euch als Emoji in jedes Mobiltelefon und jedes digitale Endgerät eingebrannt haben. 🙈🙉🙊

Aber was sie wohl nicht wusste war, dass sie mich vor dem wohl wichtigsten Museums-Neubau des Kontinent seid dem sende des zweiten Weltkriegs ansetzte. Das Museum für Afro-Amerikanische Geschichte.

Es ist schwierig über das Museum selbst zu schreiben. Eingehüllt in ein braunes Metallgitter zwingt einen das Gebäude erstmal mit dem Fahrstuhl in den dunklen Keller herab zu fahren. In das Jahr 1400.

Von dort muss man sich über die Epochen langsam und mühsam wie der Weg zur Freiheit über Rampen nach Oben arbeiten. Es ist das erste mal, dass mir der Sklavenhandel und die Qualen, das Leben und die Erfolge der Sklaven aus Afrika von Geschichtsbuchtexten durch physische Objekte, Zahlen und persönliche Geschichte in die Realität katapultiert wurde. Das ist real, diese Menschen waren real, ihr Leben war real. Es ist wie ein Schock.

Die Emotionen sind stark in dem Gebäude. Trauer, Wut, Zorn, Erstaunen durch Konfrontation. Besonders stark wurden die Gefühle vor dem Sarg des getünchten Afro-Amerikaners in den 60ern, des Ermordung Rosa Parks dazu brachte sitzen zu bleiben, in dem Bus. Es ist ein Kristallisationspunkt. Auch des Aufbruchs und der Selbstermächtigung. Ich fühle diese Gefühle immer noch.

Ab dem Erdgeschoss dann wird es lebhafter. In den Obergeschossen werden Kunst, Kultur und Artefakte von Afro-amerikanischem Leben heute gezeigt. Musik ist groß. Aber Auch Poesie oder oder Sport und Film. Die Trauer vermischt sich mit Lebensfreude und einem stoischen Fortschreiten.

Die moderne Kunst von Afro-Amerikanern, die auch hier gezeigt wird, hat Obama selbst ins Weiße Haus gebraucht.

Aber es fehlt auch etwas. RuPaul, Rhianna oder Byonce, Will.I.am, Pharrell William oder Travis Noah und Dear White People waren wohl vergessen worden. Michael Jackson war nur eine Nebenrolle auf einer Wand zu den 80ern zugetan. Opera dagegen war mit großer Glassbox , Studio Ausrüstung und Abendkleid ganz prominent. Die Gegenwart der Zukunft als Symbol für die jungen Afro-Amerikaner unter 35 ist wohl noch zu diskutieren. Ich bin gespannt.

Alleine für dieses Museum müsst ihr nach Washington DC kommen. Es verändert die Welt und ist dabei leicht schüchtern und zuvorkommend. Aber es ist jetzt da. Im Herzen der Demokratie. Für immer.

Küsse und Umarmungen. 👏

Education Reform anyone?

Can a robot [Machine Learning Program] pass a university entrance exam?

Diese Frage beantwortet die japanische Forscherin Noriko Arai eindeutig mit ja. Sie hat es ausprobiert. 

Aber ihre Schlussfolgerung ist Reform des Bildungssystems, denn standartisierte Tests und Anorexie-Lernen sind natürlich automatisierbar. Kreativität, Selbstkenntnis, Kommunikation odet Problemlösung werden damit niemandem beigebracht. Dies sind aber einige der  wichtigen Fähigkeiten im Informationszeitalter. 

Also mehr Waldorfschulen oder mehr Gruppenprojekte und Auslandsaufenthalte? Was denkt ihr? Kommentate sind aktiviert.

Domo Arigato Mister Roboto. 🤖

Reading List: Vielfalt in Ingenieursberufen

Hier eine kleine spät-sommerliche Leseliste zur Vielfalt in Ingenieursberufen. Auslöser: das abartige und berüchtigte Manifest des ehemaligen Programmieres bei Google über die Rolle von Frauen in der Branche diesen Monat:

The Economist: The e-mail Larry Page should have written to James Damore

Und hier die darin genannten Blogposts und Artikel:

What do scientists think about the biological claims made in the document about diversity written by a Google employee in August 2017?

Here’s your point by point refutation of the google memo.

I’m a woman in computer science. Let me ladysplain the Google memo to you.

Tech’s Damaging Myth of the Loner Genius Nerd

So, about this Googler’s manifesto.

Alle sind sehr lesenswert und betrachten die falschen Fakten, den wirklichen Arbeitsplatz oder die Situation allgemein aus verschiedenen Blickwinkeln. 

Ich kenne diese Probleme natürlich all zu gut. Das Thema lässt sich dabei auf alle Arten von Minderheiten in technischen Branchen weltweit erweitern. Die Argumente sind oft sehr ähnlich und die verpassten Chancen für die Unternehmen und Forschungseinrichtungen die gleichen. 

Motto: United in Diversity
Mehr Vielfalt für euch. Tschaka!🌻