Frohes Neues Jahr!

In Japan sind heute noch Neujahrsferien. Also essen alle eifrig Shrimps, süße Bohnen oder Ente für die guten Wünsche im neuen Jahr. Das Jahr des Hundes und das macht sogar der Donuts-Shop zum Verkaufshit.

Hier erstmal ein Fuji für den Jahresanfang:

Hier die zwei Türme Tokyos. Der Skytree hinten links und der Tokyo Tower in Orange.

Und irgendwie ist Goethe heute nackt mit Kampfhund in.

Frohes Neues Jahr. 🕺🤓🍭🦄🐕

Kleine Sommerpause im Winter – Ishigaki

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Zaock, erstmal Strand. Da war ich die ganz letzte Woche. Auf Ishigaki. Das ist eine der weitest westlichen Inseln Japans, neben Taiwan. Dort ist natürlich immer irgendwie Sommer. Letzte Woche waren es im Dezember nach Weihnachten so 21 bis 23 Grad.

Das Wasser um die Inselgruppe herum ist turkis blau und voller Korallen. Einst gehörten sie wie alle Okinawa Inseln zum Ryukyu Reich und wurden später von Japan annektiert. Heute ist es ein Touristen-Traum. Es gibt zwar auch große Hotelprojekte in Ishigaki, aber allgemein ist es eher kleinstädtischer oder dörflich.

Ohne Auto musste ich den 15 Euro 5 Tage Free Pass für die lokalen Buslinien voll ausnutzen und bin so von Strand zu Strand in klapprigen 80er Jahre Gefährten gekrolcht.

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Das war nur mein erster Tag an der Kabira Bay und am Sukuji Strand. Das erste touristisch mit Park und Glasbooten für Korallenbesichtigungen. Der zweite ein völlig leerer Strand 30Min zu Fuß hinter einem Wald. Als ich dor ankam war es etwas düster und die Warnhinweise, nicht zu schwimmen, wegen fiesen tödlichen Quallenattacken, haben mich etwas angegruselt. Also bin ich möglichst schnell in den nahen Hotelkomplex geflüchtet und vom Fenster aus Naturaufnahmen gemacht.

Die Japaner fahren natürlich vorallem wegen des Essens und des berühmten Awamori Shochu Brantweins dort hin. Ihr kennt ja meinen Fetish zu Food-Porn, also hier ein paar Fotos von Gerichten aus der Insel. Ishigaki Rindfleisch ist die Basis für Kobe Rind. Also super von Burger bis Steak. Auch der Hit sind die Okinawa Soba, gelbe Nudeln in Suppe mit schmelzweichem Schweinefleisch. Von denen habe ich etwas overflow, wegen too much. Sonst seht ihr noch Inselgemüse als Tempura. Übrigens Ube und andere Arten von Süßkartoffel Wurzeln sind super als Eis und schwer im Kommen bei den Militanten Genießern.

Außerdem war ich zwei Tage noch auf der neben gelegenen Insel Taketomi. Sie wahr eigentlich mein Hauptgrund für den Besuch. Die Überfahrt mit der Fähre kostet 12€ hin und zurück in 15 Minuten Transrapidgeschwindigkeit.

Dort wird alles kleinligst und etwas kitischig in dem alten Stil einer Samurai Siedlung erhalten. Also nur niedrige Häuser mit roten Dachziegeln und Wasserbüffel Rundfahrten für die Großstädter. Ökologisch darf man als Besucher nur Fahrräder mieten 13 Euro pro Tag ohne Schloss weil ist ja eh ne Insel. Es gibt 5 Taxis auf der Insel und man kann sie wohl in wenigner als einer Stunde umradeln. Für sowas bin ich aber zu faul und einfach nur zum Strand und zum Pier. Wegen Turkis Blaue Endlosigkeit.

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Die länglichen Panoramabilder sind super zum anklicken, reinzoomen und so tun als ob.

Außerdem hatte ich noch das Glück bei dem Besuch eines historischen Samurai Hauses in der Stadt Ishigaki, von dem ehemaligen (Samurai) Besitzer in dessen am Stadtrand gelegenes Restaurant eingeladen zu werden. Das 200 Jahre alte Holzhaus in der Stadt mit kleinem Garten gehört jetzt dem Staat, aber er erklärt es Touristen und bewacht es. In seinem neuen echten Haus hängt die Familienurkunde über die Landverwaltungsrechte. Drei mal gestempel so ca. alle 70 Jahre bis zur Meiji Zeit im 19 Jahrhundert mit Handschriftlicher Erklärung der Rechte. Dazu Ryukyu Musik, eine Mischung aus Hawaii und Japan Filmmusik

Hier die Fotos von dem Essen mit vielen Tofu-Varianten und deutschem Pils und Weißbier gebraut auf der Insel, was mir natürlich prompt aufgequatischt wurde.

Ishigaki hat noch ein paar mehr Strände, aber eigentlich is Kondoi Beach und der Pier auf Taketomi das hübscheste Pärchen und auch logistisch am praktischsten mit vielen Cafés und Lokalen um die Ecke. Und ohne Resorthotel im Nacken.

Hier noch ein paar andere Fotos von dem Trip.

Ich konnte den Flug mit Meilen Zahlen. Aber dank Billigfliegern und Business Hotels ist es gut geplant nicht sehr teuer. Dafür gibt es japanisches Essen und alles ist wie immer gut organisiert.

Ich wünsche euch einen Guten Rutsch!🎆 🏝

PS: hier war kein Filter am Werk. Außer mein iPhone wie es liebt und lebt by itself.

Love and Peace

Liebe Puschelpüs, liebe Leia, liebe Lissy,

Vielen Dank für den viele Spaß den wir hatten.

Vielen Dank für die wilden Rennen mit Basketbällen und Fährrädern.

Vielen Dank für das unauffällige Kopfkissen Besetzen am Morgen.

Vielen Dank für die Kuh im Hund.

Vielen Dank für die Scheiße aufm Perserteppich.

Vielen Dank für den Schokohasen Diebstahl an Ostern.

Vielen Dank für Attitüde und Haltung auch im Fahrradkorb

Vielen Dank für Sommer im Pool mit Hydrophobie

Vielen Dank für Überfall-Kämpfe mit Bettdecken und Strümpfen

Vielen Dank für süß sein in jeder Einkaufsstraße und auf jeder Cocktailparty

Vielen Dank für Star Wars im Handtaschenformat

Vielen Dank für Biss und Dynamik

Vielen Dank für dreiste Charmoffensive mit Hundeblick

Vielen Dank für Lautstarkes gegen Lieferdienste und Diätenpläne

Vielen Dank für die wahren Prinzessinnen in der Familie

Vielen Dank für alles. Für immer.

May the Force be with you now too – as ever.

Cheers. ❤️🧡💛💚💙💜

Visiting Tokyo: das Wutbürger Regelbuch

Die besten Reisezeiten für Japan sind entweder im April zur Kirschblüte oder zum Herbstlaub im Obotber. So hatte ich dieses Jahr schon zwei mal Besucherschwemme. Dabei fallen mir immer wieder ein paar Dinge auf. Dinge über Europäer, die einem nur auffallen, wenn man nicht in Europa ist, wenn sie selber nicht in Europa sind. Dinge über Freunde, Bekannte, Unbekannte und neue Freunde.

Ich lebe jetzt hier fast zwei Jahre. Ich habe mich wieder volkommen an Tempura, Grüntee-Eis, Halloween-Fake-Jahreszeit, Clubs ohne Türsteher oder die Tokyo Metro Dämmerschlaf gewöhnt. Was also machen die Besucher anders? Ein kleiner Wutanfall zum Nachlesen.

Erstmal, und als aller wichtigstes, haben die Leute hier keine nur esotherisch nachgewiesenen Ess-Intoleranzen (Ja, ich meine dich ganz Berlin Mitte) und niemand spricht darüber was man nicht essen kann, sondern höchsten was man nicht essen möchte, aber eher was man unbedingt essen muss.

Laktoseintoleranz ist Nationalfähigkeit und die Milchprodukte sind dementsprechend immer bearbeitet, aber jedes Schulkind trinkt jeden Tag ein Glas Milch und die Käseindustrie wird trotz EU Freihandelsabkommen am langsamsten von allen Industrien dem Butterberg geöffnet.

Glutenintoleranz ist nur für harte Fälle ein Thema. Weizenmehl ist nur in den von schicken Hausfrauen vergötterten Klein-Backwaren nach Pariser Art, anteilig in Soba und Udon oder Panade von Tonkatsu und Tempura. Reis enthält kein Weizenmehl, kann aber Spuren von schmeckt-gut enthalten.

Glutamat…. Liebe Idioten des verschlafenen Chemie Grundkurses in der Mittelstufe: Glutamat, also der Geschmacksverstärker Umami der sogenannten Dunklen Seite der Macht, ist essenzieller Bestandteil unseres Geschmackswahrnehmungssystems. Er entsteht beim Braten, Einkochen, Dünsten oder sonst wie erhitzen von jedem Fleisch, Seegras, Pilzen anderem Gemüse und Fisch. Ja auch mit Biogemüse in deiner überzogen teuren Teflondesignerpfanne mit Space Tech. Und ja man kann es als Pulver kaufen. Es schmeckt super und Japaner essen es jeden Tag besonders gerne mit dem Namen Dashi. Und sie leben einfach länger als du oder die Ruhrpot Currywurst Fanboys und Hanseaten Döner Connoisseure. Case in point.

Weiter geht es mit den Vegetariern. Hier dazu eine kleiner empörender Artikel der Schweizer, um den Bluthochdruck aufrecht zu erhalten. Vegetarier und Veganer sind in Japan fast nur buddhistische Mönche. Historisch gesehen gab es mal eine Zeit, in der Fleischessen verboten war. Deshalb ist es jetzt ein art Bürgerrecht. So ist in fast allem Fleisch oder zumindest Fisch-Fond. Vergesst es einfach. Es ist da, auch wenn ihr es nicht seht, riecht oder schmeckt. Es gibt ein paar trendige Veganer Restaurants in Yuppie-Gegenden Tokyos, die bedienen aber eher die Trendsucht einiger gelangweilter Hausfrauen als die Touristenfluten und fallen in die Kategorie „Exotisches ausländisches Essen aus LA, was ich mal in einem Hollywood Film gesehen habe“ für Japaner. Niemand rennt dafür durch die halbe Stadt. Niemand!

Alles weitere Verweigern von Nahrung, dass mir so einige meiner Gäste unverschämterweise angetan haben ist schlicht weg eine Psychose. Reis, Soba, Grüner Tee, roher Fisch, koreanisches BBQ, Sake, kleine ganze Fische oder Muscheln in Schneckenform sind alle samt medizinisch gesund, für einen Großteil der Weltbevölkerung Grundnahrungsmittel, haben in Japan generell eine sehr hohe Verarbeitungsqualität und sind auf jeden Fall zu probieren bevor geurteilt wird. Get over it or get help!

Weiter: Die Tokyo Metro ist schnell. Tokyo ist einfach fucking large. Es dauert mindestens 30-60 Minuten von einen „Zentrumsstadtteil“ zum nächsten zu wechseln. Es gibt nicht ein Zentrum wie dieser Kreisstadt Einkaufsstraße mit H&M und Rossmann. Planung, Glaube an das Wissen der Locals (mich, euren Overlord) hilft, und Google Maps.

Mobiles Internet ist Pflicht! Daten SIM Karten gibt es für 20-40 Euro schon am Flughafen und müssen ohne Wiederspruch verwendet werden. Keine eurer Messanger Apps löscht eure Nummer, eure Kontakte oder eure Selbst bei tauschen der SIM. Alles andere ist für den Rest der Menschheit mit der zivilisatorischen Technik eines Smartphones zur Verfügung einfach eine überbürdende Zumutung. Niemand hat mehr Bock auf Anrufe von öffentlichen Telefonzellen aus zu warten oder verschollene Freundinnen aus dem Metro System zu extrahieren. Eure Internet- oder wahlweise Instagramsucht könnt ihr zuhause in der Klinik, mit eurem Vodafone-Verkäufer oder auf dieser einsamen Insel bei Indonesien kurieren – nicht in Tokyo, nicht mit mir und nicht wenn ihr andere Leute treffen wollt.

Kauft euch eine IC Metro Chipkarte für den Nahverkehr (Pasmo oder Suica). Es ist keine Nobelpreisträchtige Leistung für die Menschheit jeden mit dem Suchen nach kryptischen Einzeltickets in einer unbekannten Stadt mit unbekannter Sprache und unlesbarem Schriftsystem „for this authenic asian experience“ aufzuhalten. Charge, Touch, Biep and go, like a Harajuku-Girl.

Tracking-Backpacks plus Funktionsklamotten sind für Länder ohne Schnellzugsysteme, Onlinebuchungsseiten, Gehwege, Fahrstühle, Rolltreppen, Taxistände, kontrolliertem Faunabewuchs, ausgerotteten Fressfeinden und Zivilisation. Also nicht Japan. Bringt einfach einen Rollkoffer und eure Hermes Handtasche, denn die Deuter-Rucksack Weltentdeckernummer glaubt euch spätestens seit GPS und Uniqlo Life-Wear eh niemand mehr.

In Clubs (zumindest die Geilen) gibt es keinen Dresscode. Sowas ist für Spießer oder bescheuert exklusive Londoner Richkids. Nadelstreifennzug, Batik-Shirt oder Lederharness geht klar. Ja Berliner, es gibt Vielfalt auch nicht in Schwarz und Dominatrix.

Gutes Brunch ist rar. Vertraue dem Overlord (mir). Und ja: ansonsten gibt es immer Reis. Schockierend.

In Japan isst man manchmal Sushi, nicht immer, nicht nur zu Vollmond, nicht immer von Nackten, nicht immer als billiges Drehsushi. Halt nicht immer, aber sie tun es immer gerne. Es ist Pflicht mindestens ein Thunfischsushi vor Abreise zu essen. Das müsst ihr bei der Einreise eidesstattlich erklären und es wird bei der Ausreise akribisch kontrolliert. Vergehen wird mit Zwangspause im Hallo Kitty Land bestraft – dafür ist die Falltür am Schalter.

Klamotten sind geil, kaufen ist aber eigentlich für fast jeden, der nicht eine schlanke Japanerin ist, unmöglich. iPhones sind derbe viel billiger als in der EU. Android Telefone gibt es nur mit Bondage-Ewigkeitsvertrag. Sind eh scheiße.

Die meisten geilen Läden (die für euch benutzbar oder zugänglich wären) kennen die Locals (ich, der derbe geile Typ, in diesem Fall). Ihr werdet nicht zum mega sexy Superheld mit Follower High-Score Bonus, wenn ihr Wissen aus dem Lonely Planet (Besitz ist kätzerisches Höchstvergehen an der Coolheit), irgendeinem anderen Reiseführer (Monocle und DK sind mitbringbar), aus einer Google Blog Suche (Kreativitätsschubumkehr), von TimeOut Tokyo, aus Foursquare (no one uses this shit), von Listen deiner Freunde, die auch nur Touristen waren und das oben Geschriebene auch nur schon gemacht haben, abzitiert. Un-Cool. Trust the Force. Get the Flow and Tabelog.

Tokyo ist eine Megastadt – die Mega Stadt des Planeten. Es gibt Millionen Shops, Kneipen, Bars, Restaurants und Klohäuschen, die jeden Tag entstehen oder vergehen. Konfuzius war schon davon überzeugt, es müssen in Tokyo mehr Kneipen geben als Atome im Universum. Keine einzige davon ist so wichtig, geil oder trendy, dass man sie unbedingt gesehen, geinstagramt oder bekotzt haben müsste.

Ich bin kein verdammter Synchronübersetzer – und niemand anderes sollte es für euch sein, außer ihr zahlt die unangenehm hohen Stundenraten für die Profis – plus Spesen. Wenn ihr die Landessprache nicht kennt und Besucher seid, dann esst was wir bestellen, geht dahin wo wir sagen, dass es cool ist, und benehmt euch wie zuhause auch. Mutti is watching. Ansonsten reist einfach alleine und haltet die Klappe.

Und bitte, kauft mir einen Drink, oder zwei. Das ist schließlich meine Freizeit und Energie die ich für eure kosmopolitische Bildung aufopfere. Alles andere ist verhandelbar (außer Vegetarier und Essen).

Prost.

PS: Es gibt hier keine Drogen für euch. Nein, einfach nicht. Wirklich nicht. Keine.

PPS: Fast alle diese Erkenntnisse waren übrigens für Amerikaner erfahrungsgemäß einer Erwähnung nicht bedürftig. Für diese muss nur noch mal klargestellt werden, dass die Hautfarbe des Gastgebers und dessen Essgewohnheiten oder Sprachfähigkeiten nicht im Zusammenhang stehen. Besonders ein wiederholtes, lautstarkes, öffentliches Erstaunen über diesen Sachverhalt wäre aus sittlichen Gründen zu unterlassen.